Ausgerechnet der Ex-Erfurter Simon Brandstetter erzielte am Nachmittag vor 5000 Zuschauern das einzige Tor des Spiels. Damit machte er die Rot-Weiße Gemeinde traurig und seine neuen Farben zum neuen Spitzenreiter.

Es war die 51. Minute, als das Unheil ausgerechnet in Gestalt von Simon Brandstetter über Rot-Weiß hereinbrach. Der Stürmer, in Duisburg nicht immer erste Wahl, hatte just in dieser Minute seinen Galaauftritt. Nach einem Zuspiel von Kollege Tim Albutat nahm er den Ball geschickt an, drehte sich nochmal kurz und schob aufreizend lässig an Philipp Klewin vorbei zum 0-1 ins lange Eck. Der Treffer sollte, was hier noch keiner wissen konnte, der einzige des Spiels bleiben und über die Vergabe der Punkte befinden.

Bis zu diesem Zeitpunkt war die Führung für die Meidericher nicht einmal unverdient. Denn bis dahin hatten die Spieler des ehemals auch in Erfurt aktiven Duisburger Trainers Ilia Gruev den etwas besseren Eindruck hinterlassen. Geschickt ließen sie in den ersten 20 Minuten den Ball durch die eigenen Reihen laufen, verlagerten das Geschehen ständig und hatten in Andy Wiegel und Tugrul Erat zwei trickreiche Flügelstürmer, die die Erfurter Abwehr gut beschäftigten. Erst allmählich konnte RWE zulegen und nach einer halben Stunde auch Augenhöhe mit den Männern vom Niederrhein erreichen. Wirkliche Torchancen sollten die Zuschauer trotz aller Bemühungen auf beiden Seiten jedoch bis zur Pause nicht zu sehen bekommen.

Kurz nach dem Wechsel dann jener bereits beschriebene verhängnisvolle Moment in der 51. Minute, der die Gästeführung brachte. Doch Erfurt steckte den Kopf nach diesem Rückstand nicht in den Sand. Die Jungs von Trainer Stefan Krämer fighteten zurück. Zehn Minuten nach dem Treffer hatte Carsten Kammlott eine Riesenszene. Von Christoph Menz hoch angespielt, setzte er zu einem spektakulären Fallrückzieher an, der leider nur an den Pfosten sprang. Eine Aktion wie sie fast nur Kammlott in dieser Art und Weise zu Wege bringt. Schon wenige Sekunden nach Wiederanpfiff hatte Kammlott, der heute ein ausgesprochen gutes Spiel machte, auf Zuspiel von Sebastian Tyrala knapp am Tor des MSV vorbeigeschossen. Trainer Krämer, der in der Startelf drei neue Leute gegenüber der letzten Partie hatte auflaufen lassen (Bergmann, Sumusalo und Uzan) wechselte nun zwischen der 60. und 71. Minute dreimal, brachte zunächst Aydin, dann Odak und Bieber. Seine Jungs legten sich mächtig ins Zeug, stürmten "auf Teufel komm raus", versuchten alles, doch konnten sie sich (wieder) nicht belohnen. Wie in den Spielen zuvor vermochten sie es nicht die gegnerische Abwehr auszuhebeln. Erneut, wie schon gegen Paderborn und in Osnabrück, musste man am Ende feststellen: Hoher Aufwand - kein Ertrag.

Läuferisch und kämpferisch kann ich meiner Mannnschft keinen Vorwurf machen und im Rahmen unserer Möglichkeiten haben wir Alles probiert. Duisburg ist die beste Mannschfat der Liga."

RWE-Trainer Stefan Krämer

Während Duisburg den Platz an der Sonne erklomm, gehen die Rot-Weißen mit null Punkten aus der englischen Woche und sind auf Rang 15 abgerutscht. Nächste Woche Sonntag gastiert die Mannschaft bei Schlusslicht Mainz 05 II. Auswärts, so die bisherige Erfahrung, läuft es ja etwas leichter. Z.H. allerdings muss RWE, um Publikum zu locken, demnächst zulegen, denn die "Heimtabelle" führt Erfurt aktuell als Schlusslicht der Liga.

25.09.2016 \ Profis