Pokalschreck Lotte....

Die Sportfreunde Lotte sind der Pokalschreck des diesjährigen DFB-Wettbewerbs. Nach den Bundesligisten Werder Bremen und Bayer Leverkusen scheiterte in der Vorwoche auch Zweitligist TSV 1860 München am Drittliga-Neuling. Das machte den kleinen Club um 1,265 Millionen Euro reicher. Insgesamt hat der Verein, der erst zum dritten Mal überhaupt im DFB-Pokal dabei ist, damit aus den ersten drei Runden schon über 2 Mio Euro eingenommen. Und nun kommt nächste Woche Borussia Dortmund. Mehr als die Hälfte des Jahresetats ist dadurch bereits eingespielt. Damit Zeit genug ist den nach dem 1860-Spiel völlig ramponierten Rasen wieder herzustellen, musste am letzten Samstag das Punktspiel gegen Holstein Kiel abgesagt werden.

...spielt auch in der Liga eine gute Rolle

Auch an diesem Wochenende darf der Platz weiter gepflegt werden, denn die Sportfreunde, Neuling und Meister der letztjährigen Regionalliga West, sind Samstag im Steigerwaldstadion zu Gast. Die Schwere der Aufgabe, die dem RWE bevorsteht, gründet sich auf dem enormen Selbstbewusstsein, das sich die Truppe aus der Nähe von Osnabrück nicht nur im Pokal, sondern auch in der Meisterschaft erarbeitet hat. Ihr Sturmlauf durch die neue Liga, obwohl in ihren Reihen nur zwei Spieler mit vorheriger Drittligaerfahrung stehen, lässt sie sogar ein wenig vom Durchmarsch in die 2. Liga träumen. Mit derzeit 31 Punkten,jedoch einem Spiel weniger als die Konkurrenten, liegt Lotte auf Platz8 der Tabelle. Besonders beeindruckend bisher die Auswärtsstärke der Sportfreunde. Hier sind sie die derzeit drittstärkste Kraft der Liga. Mit 17 Zählern auf des Gegners Platz haben sie sogar deutlich mehr Punkte in der Fremde gesammelt als daheim (14). Ihr Trainer ist auch was Besonderes. Ismail Atalan ist als Fünfjähriger mit fünf Geschwistern und seiner Mutter als kurdischer Flüchtling nach Dülmen/Westfalen gekommen. Er hat sich als Trainer von der Kreisliga A hochgearbeitet, war lange von Abschiebung bedroht. Nun hat er mit erst 36 Jahren schon soviel vorzuweisen.

RWE mit Personalsorgen

Rot-Weiß wird sich schon sehr strecken müssen, um den Gegner niederzuringen. Im Hinspiel führte Lotte schon 2-0, ehe der RWE zur Aufholjagd ansetzte und durch zwei Treffer von Carsten Kammlott noch ausgleichen und einen Punkt entführen konnte. Doch plagen Trainer Krämer große Personalsorgen. Neben Daniel Brückner, der immer noch nicht wieder fit ist, sind mit Jannis Nikolaou, Mario Erb und Christoph Menz drei weitere Spieler gesundheitlich angeschlagen. Von diesem Trio konnte nur "Menzer" heute trainieren. Bleibt die Lage weiter angespannt, wird es mit der Aufstellung nicht einfach für den Trainer. Immerhin hat Andre Laurito signalisiert, dass es bei ihm wieder gehen könnte. Er hat zuletzt gut trainiert und auch die Ärzte haben ihm grünes Licht erteilt. Vielleicht kommt er nach Monaten der Abstinenz zu seinem Comeback.

Ich denke nicht, dass Lotte durch die Pokaleuphorie jetzt den Ligaalltag vernachlässigt."

Stefan Krämer

Der Erfurter Cheftrainer hat beim Gegner ein gutes Umschaltspiel und eine gute Mentalität ausgemacht. Er rechnet mit einem sehr intensiven Spiel und überlegt, ob er dem Gegner, der ein 4-3-3 bevorzugt, mit eben diesem System begegnet."Ja, vielleicht machen wir das, vielleicht spiegeln wir sie".

Die Meldung vom Dienstag, wonach Aalen Insolvenz angemeldet hat und ggfs 9 Punkte dafür abgezogen bekommt, will Krämer nicht näher kommentieren. Er sagt nur: "Ich möchte nicht am Ende vielleicht von einer Entscheidung am grünen Tisch gegen eine andere Mannschaft profitiert haben, sondern den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen." Dafür will sich die Mannschaft, so Luka Odak, schon am Samstag gegen Lotte "zerreißen".

16.02.2017 \ Profis