Rot-Weiß Erfurt ist am Nachmittag bei der Bundesligareserve des FSV Mainz 05 nicht über ein 1-1 hinausgekommen. Erb neuer Kapitän.

Anfänglich sah das Spiel der Thüringer noch ordentlich aus. Der Lohn für die gute Anfangsphase gipfelte im Führungstor für die Gäste durch Nikolaou. Der Grieche wuchtete dabei eine Freistoßflanke von Tyrala per Kopf unhaltbar in den Mainzer Kasten (13.). Tyrala war übrigens heute nicht (mehr) als Kapitän aufgelaufen. Am gestrigen Abend hatte er das „Amt“ mit der Begründung zurückgegeben, er wolle sich mehr auf das Sportliche konzentrieren. Statt seiner hatte Erb als neuer Spielführer die Mannschaft aufs Feld geführt.

Unglücklicherweise gab die Führung der Mannschaft keine ausreichende Sicherheit. Denn nun kam Mainz. Sydel prüfte Klewin (17.), womit angedeutet war, dass das Schlusslicht sich nicht einschüchtern lassen wollte. Und drei Minuten später hatten sie die Führung der Gäste auch schon wieder egalisiert. Mittelfeldmann Häusl nutzte nach der 2. Mainzer Ecke eine völlige Konfusion in der Erfurter Hintermannschaft und drückte den Ball aus fünf Metern über die Linie (20.). Noch vor der Pause bot sich jedoch dem RWE in einer ausgeglichen geführten Begegnung da und dort durchaus die Chance neuerlich in Front zu ziehen. Die beste Chance dazu ließ dabei Torjäger Kammlott nach rund einer halben Stunde liegen. Nach einem schlimmen Fehlpass des Mainzer Linksverteidigers Neubauer scheiterte er am aufmerksamen 18jährigen FSV-Schlussmann Müller.

Nach dem Wechsel hatte Aydin zunächst wieder das 2-1 für Erfurt auf dem Fuß (47.), doch fortan setzte erstmal der FSV die Akzente. Innerhalb von nur fünf Minuten hätten die Gastgeber das Spiel für sich vorentscheiden können. Zunächst musste der neue Kapitän Erb einen Heber von Parker auf der Torlinie klären (55.), dann verzog Innenverteidiger Rossmann nach einer Ecke nur knapp (58.), schließlich konnte Klewin nur mit einer absoluten Glanztat einen Kopfball von Häusl parieren (60.). Mit Mühe überstand Erfurt diese druckvolle Phase unbeschadet. Doch als die Kurpfälzer gerade richtig in Schwung waren, brachten sie sich selbst noch einmal in Bedrängnis. Als ein Spieler von Ihnen am Boden liegend behandelt wurde, ließ sich abseits dieser Szene Halimi zu einer Tätlichkeit gegen Vocaj hinreissen und erntete dafür einen Platzverweis. Die verbleibenden 20 Minuten in Überzahl vermochten die Jungs von Stefan Krämer aber nicht zu dem so wichtigen, weil für die kommenden Aufgaben die Nerven beruhigenden Siegtor, zu nutzen. Zu einfallslos agierte man in der Vorwärtsbewegung und kam dem gegnerischen Tor nicht wirklich nahe. Nur eine Kopfballchance von Uzan sprang zwei Minuten vor dem Ende noch heraus. Der Ball verfehlte knapp sein Ziel.

Nach dem Platzverweis hätte ich mehr Druck von uns erwartet. So hatten wir in Überzahl nur eine halbe Chance".

Stefan Krämer

Wir hätten die Führung nicht abgeben dürfen

Sebastian Tyrala

Fazit: Die bekannten Probleme sind immer noch da. Abschlüsse sind Mangelware, sogar in Überzahl, individuelle Fehler in der Defensive lassen sich immer noch nicht abstellen, im Mittelfeld fehlt die Inspiration. Nach drei Niederlagen muss man mit dem Punkt am Ende daher zufrieden sein.

Nächste Woche steht das Landespokalspiel bei Schott Jena auf dem Programm. Dann kommt der 1.FC Magdeburg. Der hat einen Lauf, siegte vier Mal hintereinander. Das wird ein echter Härtetest für den Charakter der Mannschaft.

02.10.2016 \ Profis