Mit famoser Einstellung, viel Kampfkraft und einigen spielerischen Glanzlichtern hat der RWE heute vor 5000 Zuschauern einen verdienten 1-0 Erfolg gegen den SVW Wiesbaden gelandet. Der einzige Treffer fiel nach einer halben Stunde, als Menz nach einer Ecke von Tyrala aus 16 Metern traf. Der Ball wurde dabei noch unhaltbar für Wiesbadens Torwart Kolke abgefälscht.

Nur wenige Minuten rangen die Schützlinge von Stefan Krämer um Ordnung und Struktur. Dann hatten sie sich eingependelt und den in knallgelber Spielkleidung angetretenen Gast im Griff. Und die Hessen mussten bald schon zittern, denn nach Vorarbeit von Bergmann und Aydin verfehlte Kammlott nur knapp seinen 6.Saisontreffer (10.). Dann stellte Bergmann seine Freistosskunst zur Schau. Aus großer Entfernung zwang er Wehens Keeper Kolke zu einem Hechtsprung, bei dem er den Ball mit einer Hand nur noch gerade eben um die Latte drehen konnte (26.). In Stosswellen kamen die Thüringer jetzt immer wieder, wobei sich alle beteiligten. Nachdem auch die dritte Chance, ein Kopfball von Kammlott, noch keinen Torschrei nach sich zog (28.), war es schließlich soweit. Die Uhr zeigte an, dass genau eine halbe Stunde absolviert war, als Tyrala zur Eckfahne schritt. Den Ball, den er dann hereinschlug, servierte er dem am 16 Meterraum lauernden Menz mustergültig. Ohne lange zu überlegen hielt der voll drauf und traf ins Schwarze (30.). Zwar war der Ball noch leicht abgefälscht und somit erst unhaltbar geworden, doch das interessierte im weiten Rund niemanden. Der Jubel über die Führung war bis zur Arnstädter Straße hörbar. Das es das einzige Tor des Spiels bleiben sollte, ahnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand. Doch es sollte noch einiges geschehen.

Ich bin sehr zufrieden, besonders mit der ersten Halbzeit. Wir haben nicht einen Torschuss zugelassen, nur einen Standard."

Stefan Krämer, RWE-Trainer

Nach dem Wechsel sahen die Zuschauer z.B. gleich einen traumhaft schönen Freistoss von Tyrala. Die Kugel "küsste" dabei die Latte. Hätte er gepasst, wäre es wohl ein "Tor des Monats" verdächtiger Treffer geworden. Wiesbadens Bemühungen um den Ausgleich blieben dagegen im weiteren Verlauf überschaubar.

Wir sind heute mit unserer Leistung wieder in alte Zeiten zurückgefallen."

Torsten Fröhling, Trainer SVW Wiesbaden

Die Mannschaft, wie wir von Ausfällen gebeutelt, fand heute einfach nicht zu ihrem gewohnten Spiel. Allerdings stand ihr unsere Abwehr bei jedem Versuch einer hoffnungsvollen Torannäherung auch wie ein Fels im Wege. So sollte ausgerechnet ihr Keeper in der Nachspielzeit, als die Brechstange schon lange ausgepackt war, die einzige Möglichkeit zum Ausgleich für die Hessen haben. Nach einer Ecke fiel ihm, der mit nach vorne geeilt war, der Ball vor die Füsse, doch scheiterte er an Kollege Klewin. Zu diesem Zeitpunkt war Wehen Wiesbaden bereits seit einer Viertelstunde in Unterzahl unterwegs, denn Andrich war nach Foul an Vocaj mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen worden.

Fazit: Ein verdienter Sieg nach viel Kampf und phasenweise spielerisch auch anspruchsvollem Vortrag der Rot-Weißen gegen einen Gast, der heute einen gebrauchten Tag erwischt hatte. Für RWE wertvolle Zähler, wenn man bedenkt, dass nun zwei schwere Auswärtsspiele hintereinander folgen. Einstweilen ist die Mannschaft in das Dickicht des breiten Mittelfeldes eingetaucht. Das beruhigt zweifelsfrei die Nerven.



29.10.2016 \ Profis