Im Grunde hat die vom Verletzungspech gebeutelte Rot-Weiße Mannschaft sich heute gut geschlagen und über weite Strecken ordentlich Fußball gespielt. Doch einmal mehr haperte es im Abschluss. Den Ball im gegnerischen Tor zu versenken bleibt das kardinale Problem. So kehrt das Team mit leeren Händen von der Weser zurück

Wie zu erwarten, kamen die schon in der Bundesligamannschaft eingesetzten Max Eggestein und Yatabare bei Werder zum Zuge. Auch bei Rot-Weiß gab es „neue“ Gesichter. Pigl ersetzte den gesperrten Odak und Bieber war diesmal von Beginn an für den gesundheitlich noch etwas angeschlagenen Brückner dabei. Kammlott, im Magdeburg-Spiel noch verletzt ausgeschieden, hatte es, im Unterschied zu Brückner, dagegen noch rechtzeitigin die Startformation geschafft.

Erfurt war in einer an Höhepunkten eher armen ersten Halbzeit zwar die bessere Mannschaft, gab den Takt an, hatte deutlich mehr Ballbesitz, beherrschte den Gegner, doch fehlte es nach vorne hin, wie so oft, an klaren Abschlussaktionen. So vergaben Aydin, Kammlott, Bieber und vor allem Sumusalo aus zum Teil aussichtsreicher Position. Auf der anderen Seite ging es den Grün-Weißen nicht anders, wobei Bremen nicht einmal dem Erfurter Tor wirklich nahe kam. Klewin verlebte so eine für ihn insgesamt ereignisarme erste Halbzeit. Wobei hieran auch die bis dahin gute Defensivarbeit der Rot-Weißen ihren Anteil hatte.

Nach dem Wechsel die Bremer plötzlich mit deutlich mehr Schwung und nun auch zielstrebiger im Angriff. Yatabare, im ersten Durchgang noch blass geblieben, profilierte sich jetzt auch als energischer Antreiber und Johannes Eggestein bot bald eine besondere Offensivshow. Dreimal versuchte er sich in der ersten Viertelstunde nach dem Wechsel noch vergeblich am aufmerksamen Klewin, doch beim 4. Versuch war er aus Nahdistanz dann doch zum 1-0 erfolgreich (59.). Ein Führungstor, das sich abgezeichnet hatte und in seiner Entstehung - wenn auch nur dieses eine Mal - deutliche Zuordnungsprobleme im Abwehrverhalten offenbarte. Aber auch Stirnrunzeln auf der Erfurter Bank hervorrief. Dort wollte man den Torschützen beim Anspiel im Erfurter Strafraum im Abseits gesehen haben. Da der Schiedsrichter erkennbar nicht dieser Meinung war, stand es jedoch 1-0 für Werder. Kurz darauf nahm Bremens Trainer Kohlfeld den Torschützen, versehen mit einem wohlwollenden Klaps, aus dem Spiel und schickte Lorenzen ins Rennen. Auch Stefan Krämer reagierte und brachte Brückner für Bergmann und später auch noch Uzan für Pigl . Bremen zog sich nun zurück und verriegelte den eigenen Strafraum. So sehr die Rot-Weißen sich auch bemühten, so fand doch keiner eine Lücke in diesem Bollwerk. Kurz vor Schluss doch noch ein Aufreger, als Kammlott im Werder-Strafraum nach Zweikampf mit Kazior zu Fall kam, doch einen Elfmeter ernteten die Thüringer dafür nicht.

Wir waren die deutlich bessere Mannschaft. Es war die wohl unnötigste niederlage seit ich Trainer in Erfurt bin".

RWE-Trainer Stefan Krämer

Wir müssen einfach vorne unsere Chancen besser nutzen".

Abwehrspieler Christoph Menz

So ging eine Partie verloren, bei der mehr möglich war. Die Chance sich ins sichere Mittelfeld abzusetzen wurde ausgelassen und ist auf die kommende Woche vertagt. Dann kommt der SVW Wiesbaden nach Erfurt

23.10.2016 \ Profis