Wiedergutmachung gelungen! Der FC Rot-Weiß hat sich heute vor rund 4300 Zuschauern bei Zweitligaabsteiger FSV Frankfurt eindrucksvoll für die „Schmach der Vorwoche“ rehabilitiert. In einem taktisch sehr klug geführten Spiel kam die Mannschaft im ersten Vergleich mit den Frankfurtern überhaupt zu den ersten drei Punkten der Saison.

Erfurt ging die Aufgabe mit drei Veränderungen gegenüber der Vorwoche an. Möckel kam für den verletzten Laurito im Deckungszentrum zum Ensatz, Uzan rückte für Aydin in die erste Elf und Neuzugang Vocaj war heute erstmals dabei. Er spielte gemeinsam mit Nikolaou auf der Doppelsechs. Tyrala rückte dafür auf die „10“ hinter Torjäger Kammlott, der einzigen nominellen Spitze. Der so beabsichtigten Verdichtung des Mittelfeldes fiel Bieber zum Opfer, derl auf die Bank musste.

Ein kleines Novum fiel aufmerksamen Beobachtern schon vor dem Anpfiff auf, denn Stefan Krämer zeigte sich erst kurz vor dem Anpfiff im Frankfurter Volksbank-Stadion am Bornheimer Hang. Unser Coach wollte nach der Pleite der Vorwoche, die ihn tief getroffen hatte, augenscheinlich so lange wie möglich mit sich allein in der Kabine sein. Das Aufwärmprogramm überließ er seinen Co-Trainern. Als es los ging, war er dann aber an seinem Platz.

Von der Seitenlinie beobachtete er zu Beginn einen gepflegten Sommerkick ohne Höhepunkte, aber mit leichter Überlegenheit der Gastgeber. Doch ernstliche Torgefahr ging davon für Erfurt nicht aus. Nach gut einer Viertelstunde zeigte sich auch RWE erstmals im Spiel nach vorne. Nach einem Einwurf bediente Tyrala Nikolaou und der prüfte den Frankfurter Torwart Pirson mit einem satten Distanzschuss.(19.). Das hinterließ Wirkung beim FSV, denn in der Folge brachte der FSV nicht mehr viel zu Wege und es entwickelte sich ein zwar nicht sonderlich schönes, aber intensives Kampfspiel, das beide Teams auf Augenhöhe ausfochten. Bis zur Pause wogte die Begegnung hin und her, ehe sie nach kleineren Tormöglichkeiten - da wie dort - schließlich mit einem leistungsgerechten 0-0 in die Halbzeit ging.

Ohne Wechsel nahmen beide Teams den 2. Durchgang wieder auf. Frankfurt zunächst wieder etwas stärker, drängte auf die Führung. Doch die Erfurter Deckung vermochte sich sowohl gegen Jovanovic oder Schleusener, die Möglichkeiten hatten, zu behaupten. Rot-Weiß im Kontermodus und hier machte den Hessen besonders der quirlige Kammlott immer wieder Sorgen. Der war praktisch nicht aus dem Spiel zu nehmen, ließ aber zwei vielversprechende „eins-zu-eins“- Situationen gegen Torwart Pirson aus, die jedenfalls vom Ansatz her geradezu nach einem Treffer für die Gäste schrien. FSV-Trainer Vrabec brachte nach rund einer Stunde Y. Stark, der unter der Woche von Bundesligist Darmstadt 98 ausgeliehen worden war. Der sollte das Spiel seiner Mannschaft neuerlich inspirieren. Auch Stefan Krämer reagierte, brachte um die gleiche Zeit Aydin für Uzan. Uzan hatte den schnellen Frankfurter Außenverteidiger auf seiner Seite mürbe gekocht, war aber selbst auch platt. In der Schlussphase war Erfurt, weil konzentrierter bei der Sache, schließlich das glücklichere Team. Nach einer Ecke von Tyrala, die im Zentrum per Kopf verlängert wurde, stand der listige Kammlott einmal mehr zur rechten Zeit am rechten Ort, nämlich am langen Pfosten und drückte den Ball zum Tor des Tages über die Linie (84.). Die Frankfurter besaßen in den letzten Minuten weder die Mittel, noch die Moral um wenigstens noch zum Ausgleich zu gelangen, so dass sich beim Abpfiff nur Erfurt freuen konnte.

Stimmen zum Spiel:

Ich habe am zweiten Pfosten gelauert. Auf so etwas spekuliere ich ja gern".

Carsten Kammlott zu seinem Treffer

Ein gutes Auswärtsspiel, wenn auch nicht perfekt. Aber wir haben verdient gewonnen, auch weil diesmal das Zentrum dicht war."

Stefan Krämer in der Bewertung der Begegnung

Wir haben uns heute endlich wieder bewiesen, dass wir es können".

Luka Odak

Schon am Dienstagabend (18.30 Uhr)spielen wir im Steigerwaldstadion gegen Aalen, das nach einem 1-0 Heimerfolg über Holstein Kiel als Tabellenführer nach Thüringen anreist. Das verspricht ein spannender Abend zu werden.

06.08.2016 \ Profis