Der FC Rot-Weiß hat in Osnabrück die erste Auswärtsniederlage der laufenden Saison kassiert. Vor 8330 Zuschauern waren die Niedersachsen über 90 Minuten das deutlich bessere Team und gingen daher verdient als Sieger vom Feld.

Stefan Krämer nahm zwei Änderungen gegenüber dem Paderborn-Spiel vor. Für Christoph Menz bekam Mikko Sumusalo eine Chance, der allerdings links hinten spielte, weshalb Luka Odak auf die andere Abwehrseite rückte. Außerdem Pablo Pigl am rechten Flügel für Theodor Bergmann in der Mannschaft. Das bedeutete auch, dass Okan Aydin heute zentral hinter der einzigen Spitze Carsten Kammlott auflief.

Die Anfangsphase verlief weitgehend ausgeglichen, auch wenn Osnabrück torgefährlicher auftrat. Dabei trat vor allem Christian Groß einige Male auffällig in Erscheinung. Einmal, schon früh im Spiel, mit einem gefährlichen Distanzschuss (4.), der nur ganz knapp am Erfurter Kasten vorbeirauschte, ein weiteres Mal nach einer Viertelstunde, als er nach der zweiten VfL-Ecke am langen Pfosten lauerte, den Ball aber beim Schuss nicht voll traf.

Erfurt mit ordentlichem Pressing, so wie es der Trainer verlangt hatte, aber in der Vorwärtsbewegung gefällig nur bis maximal 25 Meter vor des Gegners Kasten. Dann fehlte es einmal mehr an Zielstrebigkeit und letzter Entschlossenheit beim Abschluss. So sahen die mitgereisten Erfurter Anhänger, die nach einem Stau auf der Anfahrt erst kurz vor Spielbeginn im Stadion eintrafen, im ersten Durchgang nur eine nennenswerte Möglichkeit ihrer Mannschaft durch Pablo Pigl. Doch der Ex-Schweinfurter agierte nach einem Zuspiel des auffällig offensiven Mikko Sumusalo Sekunden vor dem Halbzeitpfiff im gegnerischen Fünfmeterraum zu umständlich und verpasste damit einen Treffer. Es wäre auch nur der Ausgleich gewesen, denn die Gastgeber lagen zu diesem Zeitpunkt (seit der 25. Minute) bereits mit 1-0 in Führung. Dort hatte Sebastian Schulz einen Elfmeter verwandelt, den Luka Odak an Osnabrücks Wriedt verursacht hatte. Der Strafstoss nach Ansicht der Fernsehbilder korrekt, weil das Foul auf der Strafraumlinie verübt wurde. Doch weniger das Foul, welches zum Elfmeterpfiff führte, sondern ein haarsträubender Fehlpass unmittelbar zuvor, der die Szene überhaupt erst ermöglichte, war die Ursache für die VfL-Führung, mit der es auch in die Kabinen ging.

Nach dem Wechsel war Erfurt zunächst erkennbar um den Ausgleich bemüht, fand aber auch weiterhin keine Lücke in der gegnerischen Abwehr. Dann die sechste Ecke der Norddeutschen, bei der Groß per Kopf für Sturmtank Wriedt auflegte und der stocherte den Ball gegen den zu zögerlichen Jannis Nikolaou nach einer Stunde zum 2-0 über die Linie.

Stefan Krämer brachte danach Christopher Bieber für Pablo Pigl (60.) und später auch noch Tugay Uzan für Daniel Brückner (73.), doch das Spiel nach vorne wurde dadurch auch nicht besser. Lediglich Torjäger Carsten Kammlott sollte noch eine Chance im zweiten Durchgang haben, doch sein Ball strich über die Latte des Osnabrücker Tores. Mehr Glück hatte auf der Gegenseite der erst wenige Minuten zuvor eingewechselte Robert Kristo, der mit seinenm ersten Ballkontakt das Tor zum 3-0 und damit die endgültige Entscheidung markierte (86.).

Wir hatten heute den einen oder anderen Abspielfehler zu viel dabei".

Philipp Klewin

Im Ergebnis war der Auftritt an der „Bremer Brücke“ zu dünn um heute etwas holen zu können. Es fehlte den Rot-Weißen an Torgefährlichkeit, zündenden Ideen aus dem Mittelfeld heraus, an Passgenauigkeit und Feinabstimmung, vor allem auch in der Abwehr. Osnabrück, das vorübergehend die Tabellenspitze erklommen hat, wirkte gefälliger und kam mit mehr Spielwitz daher. Ihre individuelle Klasse war daneben auch schon sehr beeindruckend.

Am Wochenende (Sonntag, 14.00 Uhr) kommt der MSV Duisburg





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20.09.2016 \ Profis