Heißes Wetter, heißes Spiel. Knapp 6900 Zuschauer sahen im neuen Zwickauer Stadion ein unterhaltsames Drittligaspiel, bei dem listige Erfurter sich am Ende durchsetzten.

Das Spiel war kaum zwei Minuten alt, da führte Rot-Weiß bereits. Erfurt ist gemeint, denn in den Rot-Weißen Farben spielten heute die Zwickauer. RWE dafür in Blau. Was war geschehen? FSV Mittelfeldspieler Rene Lange kickte einen Rückpass zu seinem Torwart allzu lässig. Das erkannte schon im Ansatz der listige Daniel Brückner. Er spritzte im rechten Augenblick dazwischen, und tunnelte Keeper Johannes Brinkies zum 0-1. Eine Szene die sich nicht nur wiederholen sollte. Nein, sie hatte Symbolkraft für die ganze Partie. Hier die cleveren Erfurter, da die ungestümen und bisweilen etwas naiv agierenden Neulinge aus Westsachsen. Immerhin lobenswert: Der FSV steckte den Rückstand schnell weg und machte gut Druck. Besonders auffällig die Gebrüder Göbel. Patrick und Christoph, die Ex-RWE-Spieler, wirbelten an den Flügeln, flankten gefährlich und schossen bisweilen selbst auf das Erfurter Tor. Eine dieser Flanken landete schließlich auf dem Kopf von Marcel Baer, der ein wenig zu viel Freiraum genoss, und schon klingelte es. Der Ausgleich, das 1-1 und der erste Treffer für den FSV im neuen Stadion (31). Unter dem Strich, weil redlich erarbeitet, ein verdienter Ausgleich. Aber was machte Zwickau jetzt? Anstatt seine konzentrierte Linie aus den vorangegangenen Minuten beizuhalten, erlebten die Zuschauer 5 Minuten später fast eine Kopie des 0-1, die diesmal das 1-2 bedeutete. Nun erwies sich Verteidiger Robert Paul als zu unbekümmert. Ein Querpass vor dem eigenen Strafraum, wie man ihn in der Jugend beim Training früh verbietet . Diesmal roch Carsten Kammlott den Braten…und ehe Zwickau sich versah, war das nächste „Geschenk“ angenommen und veredelt (36.). 4. Saisontreffer für unseren Torjäger. Offensichtlich wollte Zwickau es sich heute auf keinen Fall leicht machen. Sie kamen zwar bis zum Halbzeitpfiff noch mal, aber heraus sprang nichts mehr. Halbzeitführung für Erfurt, nach haarsträubenden individuellen Aussetzern!

Nach dem Wechsel das Tempo für diese Witterung auf beiden Seiten weiter hoch. Philipp Klewin konnte sich bald gegen zwei tückische Flachschüsse glänzend behaupten. Auf der anderen Seite entstand Gefahr durch zwei Freistöße des nach seiner Muskelverletzung aus der Vorwoche doch mitwirkenden RWE-Kapitäns Sebastian Tyrala. Dann glaubte das Stadion, dass Okan Aydin einen Ball von Zwickaus Goalgetter Ronny Könnig nicht auf, sondern erst hinter der Linie geklärt hätte. Der Schiedsrichter, kompliment für die Leitung seines ersten Drittligaspiels, sah es anders und richtig. Es blieb beim 1-2. Übrigens bis zum Schluss, auch wenn die Partie noch bis in eine kurze Nachspielzeit hin und herwogte. Ich bin heilfroh, dass wir das schwere Spiel gewonnen haben. Wenn das Spiel heute unentschieden ausgegangen wäre, hätten wir uns nicht beschweren dürfen.“
Stefan Krämer, Trainer RWE

Wir brauchen nicht über Spielsysteme reden, wenn wir solche Fehler machen.“
Torsten Ziegner, FSV-Trainer

Erfurt

etwas glücklich, aber mit viel Routine und „Auge“. Die Gastgeber nicht

so „abgezockt“. Sie werden in der 3. Liga noch viel Lehrgeld zahlen.

Gemeinsam mit dem VFR Aalen ist RWE nun das beste Auswärtsteam und hat mit jetzt 11 Punkten im Klassement auch Tuchfühlung zur Spitzengruppe. An die kann sie nächste Woche daheim gegen Paderborn vielleicht noch ein Stück näher heranrücken. Bravo RWE! Der Saisoneinstieg ist prima gelaufen!

Kompliment auch an die Erfurter Fans. Rund 1000 waren in heute Zwickau dabei und boten einen großartigen Support für ihre Mannschaft.

11.09.2016 \ Profis