Mohrens Einwurf
24.04.2011 / Wilfried Mohrens Einwurf: Mit Mut und Zuversicht jetzt die "Pole-Position" verteidigen!

Liebe Freunde und Gönner des FC Rot-Weiß,
nach einem halben Dutzend vergeblicher Anläufe haben wir es endlich
geschafft. Seit gestern ist die Mannschaft erstmals Dritter der Tabelle. Mit seinem Tor machte es (Nils) Pfingsten zu Ostern möglich. Aus der "Tiefe des Raumes"
stürmten wir vorbei an Wiesbaden und Offenbach, als mancher Gegner und
vielleicht einige unter uns schon selber nicht mehr damit rechneten.
Steter Tropfen scheint wohl doch den Stein zu höhlen. Besonders dann, wenn man von seinen Fans so unterstützt wird, wie wir. Fast 1400 Anhänger in Rot und Weiß waren gestern in Wiesbaden dabei.
Dabei waren Tage zuvor viele scheinbar schon von ihren Hoffnungen zurückgetreten. Die
Niederlagen gegen Saarbrücken und Sandhausen schienen zu schwerwiegend.
Doch der Fußball geht oft sonderbare Wege. Emmerling verstand es sich und
die Truppe erneut ins Joch zu spannen, störende Gedanken beiseite zu
schieben und akribisch weiter zu arbeiten. Mit dem dann zwar glanzlosen
aber wegweisenden Sieg über Bayern München II und dem gestrigen
Husarenstück sind wir, dem Geist dieser Tage entsprechend, an Ostern quasi
wieder "auferstanden".
Der Wert dieser Erfolge, vor allem der gestrige, ist gleichwohl nur von vorläufiger Natur, hat einen aufschiebend bedingten Charakter, den zu veredeln die Jungs jetzt noch drei Mal in der Verantwortung stehen. Den frisch erworbenen Bronze-Platz der Liga müssen wir nämlich noch 270 Minuten lang halten. Das kann eine quälend lange Zeit sein und ist in etwa so schwer, wie auf der Kirmes beim Bullenreiten eine Minute ohne Abwurf zu bleiben. So jedenfalls wirkte der "Fluch des 3. Platzes" bislang auf diejenigen, die sich dem Relegationsrang näherten. Ihn zu erklimmen und dann noch zu behaupten, erfordert denkbar gute Nerven. Derer konnten Offenbach und Wiesbaden sich, als unsere Vorgänger, nicht unbedingt rühmen. Sie bekamen vielmehr umgehend das Nervenflattern. Dresden hat noch gar nicht dort gestanden. Warten sie vielleicht aus Kalkül bis zum letzten Spieltag?
Sollte es uns aber tatsächlich gelingen bis zum Schluss dort "festzukleben", dann wartet ganz großes Kino auf uns. DIE RELEGATION ! Am Freitag den 20.Mai findet das erste Spiel dieser Art zwischen dem Dritten der 3.Liga und dem Drittletzten der 2. Liga statt. Zunächst beim Drittligisten. Vier Tage später fällt im Rückspiel die Entscheidung, wer im kommenden Jahr in der 2 Bundesliga spielt.
Auf dem Weg zu diesem unglaublich schönen Ziel hat der gestrige Sieg, vorläufig hin oder her, unzweifelhaft eine besonders tiefe und fördernde Wirkung für das Selbstbewusstsein unserer Mannschaft gehabt. Er ist, auch und vor allem für die beeindruckte Konkurrenz, eine ähnliche Ansage, wie unsere Heldentat in Dresden. Nun sind wir der Favorit. Nun haben wir die Pole-Position inne. Nun werden wir aber auch gejagt !
In einer solchen Lage braucht man nicht nur die bereits erwähnten gute Nerven, sondern auch und vor allem körperliche und geistige Frische. Das zu erreichen ist das schwerste Ding in diesem Stadium einer so langen und zehrenden Saison. Gestern waren die Jungs völlig "platt ", weil sie alles gegeben hatten. Den Akku schnell wieder aufzuladen und eine dem Bewusstsein eigener Stärke und bayerischem Vorbild entsprechenden "Mia san mia" - Mentalität zu demonstrieren, ist jetzt besonders wichtig. Das lässt sich übrigens gleich schon an einem original bayerischen Gegner erproben. Jahn Regensburg kommt Samstag zu uns, eine Mannschaft, die "jenseits von Gut und Böse" platziert ist, was die Aufgabe vielleicht noch schwerer macht, als in Wehen Wiesbaden. Wir dürfen gegen diesen vermutlich wieder tief stehenden Gegner wohl neuerlich ein Geduldsspiel erwarten.
In der Woche wünsche ich auch den Vertretern jenes endemischen (Erfurter) Menschenschlages, den man zu den notorischen Pessimisten zählen darf, eine schnelle und ins positive gerichtete Wandlung des Gemütes. Diesen Leuten ist, wie auch mir inzwischen nicht verborgen blieb, der beständige Zweifel ein treuer Begleiter ihrer Wege. Das Glas ist für sie in der Regel halb leer denn halb voll. Ich hoffe, Sie sehen mir meinen Ihnen inzwischen nicht mehr ungewohnten Ausritt ins literarische Fach nach, wenn ich deshalb aus Shakespeares Hamlet zitiere: "Wir müssen die Furcht in Fesseln legen, die auf zu freien Füssen geht". (So spricht der König in der 3. Szene des dritten Aufzugs) Heißt: Der Mensch erschafft mit seinen Gedanken, was er schließlich selbst erlebt. Das gilt als kosmisches Gesetz in positiver, wie in negativer Hinsicht.
Jedes Spiel hat seine Verschiedenheit und seine Grade. Und beständig wird man natürlich auch von der Niederlage belauert. Aber wenn wir Samstag und in den beiden Spielen danach alle wieder eng beisammen stehen und alle gemeinsam nur eines, den Sieg nämlich, ganz fest wollen, dann werden wir die Relegation erreichen. Und da ist dann alles möglich.
Mit etwas Abstand und der kontemplativen Stimmung des heutigen Feiertages entsprechend, wollte ich Ihnen das heute gerne noch schreiben.
Ich wünsche uns allen Mut und Zuversicht für die letzten Spiele der Saison ! Und dem Verein am Samstag 10.000 Zuschauer. Die ist für dieses bedeutende, drittletzte (End-)Spiel gegen Jahn Regensburg m.E. wirklich nicht zu viel verlangt.
Eine gute Woche und bis Samstag
Ihr
Wilfried Mohren
Der Wert dieser Erfolge, vor allem der gestrige, ist gleichwohl nur von vorläufiger Natur, hat einen aufschiebend bedingten Charakter, den zu veredeln die Jungs jetzt noch drei Mal in der Verantwortung stehen. Den frisch erworbenen Bronze-Platz der Liga müssen wir nämlich noch 270 Minuten lang halten. Das kann eine quälend lange Zeit sein und ist in etwa so schwer, wie auf der Kirmes beim Bullenreiten eine Minute ohne Abwurf zu bleiben. So jedenfalls wirkte der "Fluch des 3. Platzes" bislang auf diejenigen, die sich dem Relegationsrang näherten. Ihn zu erklimmen und dann noch zu behaupten, erfordert denkbar gute Nerven. Derer konnten Offenbach und Wiesbaden sich, als unsere Vorgänger, nicht unbedingt rühmen. Sie bekamen vielmehr umgehend das Nervenflattern. Dresden hat noch gar nicht dort gestanden. Warten sie vielleicht aus Kalkül bis zum letzten Spieltag?
Sollte es uns aber tatsächlich gelingen bis zum Schluss dort "festzukleben", dann wartet ganz großes Kino auf uns. DIE RELEGATION ! Am Freitag den 20.Mai findet das erste Spiel dieser Art zwischen dem Dritten der 3.Liga und dem Drittletzten der 2. Liga statt. Zunächst beim Drittligisten. Vier Tage später fällt im Rückspiel die Entscheidung, wer im kommenden Jahr in der 2 Bundesliga spielt.
Auf dem Weg zu diesem unglaublich schönen Ziel hat der gestrige Sieg, vorläufig hin oder her, unzweifelhaft eine besonders tiefe und fördernde Wirkung für das Selbstbewusstsein unserer Mannschaft gehabt. Er ist, auch und vor allem für die beeindruckte Konkurrenz, eine ähnliche Ansage, wie unsere Heldentat in Dresden. Nun sind wir der Favorit. Nun haben wir die Pole-Position inne. Nun werden wir aber auch gejagt !
In einer solchen Lage braucht man nicht nur die bereits erwähnten gute Nerven, sondern auch und vor allem körperliche und geistige Frische. Das zu erreichen ist das schwerste Ding in diesem Stadium einer so langen und zehrenden Saison. Gestern waren die Jungs völlig "platt ", weil sie alles gegeben hatten. Den Akku schnell wieder aufzuladen und eine dem Bewusstsein eigener Stärke und bayerischem Vorbild entsprechenden "Mia san mia" - Mentalität zu demonstrieren, ist jetzt besonders wichtig. Das lässt sich übrigens gleich schon an einem original bayerischen Gegner erproben. Jahn Regensburg kommt Samstag zu uns, eine Mannschaft, die "jenseits von Gut und Böse" platziert ist, was die Aufgabe vielleicht noch schwerer macht, als in Wehen Wiesbaden. Wir dürfen gegen diesen vermutlich wieder tief stehenden Gegner wohl neuerlich ein Geduldsspiel erwarten.
In der Woche wünsche ich auch den Vertretern jenes endemischen (Erfurter) Menschenschlages, den man zu den notorischen Pessimisten zählen darf, eine schnelle und ins positive gerichtete Wandlung des Gemütes. Diesen Leuten ist, wie auch mir inzwischen nicht verborgen blieb, der beständige Zweifel ein treuer Begleiter ihrer Wege. Das Glas ist für sie in der Regel halb leer denn halb voll. Ich hoffe, Sie sehen mir meinen Ihnen inzwischen nicht mehr ungewohnten Ausritt ins literarische Fach nach, wenn ich deshalb aus Shakespeares Hamlet zitiere: "Wir müssen die Furcht in Fesseln legen, die auf zu freien Füssen geht". (So spricht der König in der 3. Szene des dritten Aufzugs) Heißt: Der Mensch erschafft mit seinen Gedanken, was er schließlich selbst erlebt. Das gilt als kosmisches Gesetz in positiver, wie in negativer Hinsicht.
Jedes Spiel hat seine Verschiedenheit und seine Grade. Und beständig wird man natürlich auch von der Niederlage belauert. Aber wenn wir Samstag und in den beiden Spielen danach alle wieder eng beisammen stehen und alle gemeinsam nur eines, den Sieg nämlich, ganz fest wollen, dann werden wir die Relegation erreichen. Und da ist dann alles möglich.
Mit etwas Abstand und der kontemplativen Stimmung des heutigen Feiertages entsprechend, wollte ich Ihnen das heute gerne noch schreiben.
Ich wünsche uns allen Mut und Zuversicht für die letzten Spiele der Saison ! Und dem Verein am Samstag 10.000 Zuschauer. Die ist für dieses bedeutende, drittletzte (End-)Spiel gegen Jahn Regensburg m.E. wirklich nicht zu viel verlangt.
Eine gute Woche und bis Samstag
Ihr
Wilfried Mohren




































