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FC Rot-Weiß-Erfurt e.V.
3. Liga

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RWE
13.12.2012 / RWE demonstriert große Geschlossenheit - Mitgliederversammlung stärkt Präsidium eindrucksvoll den Rücken !
Auf der gestrigen Mitgliederversammlung im Atrium der Stadtwerke Erfurt sind die Mitglieder eng an die Seite von Präsidium und Aufsichtsrat gerückt. So erhielten Präsident Rolf Rombach und sein Stellvertreter Detlef Goss bei dem mit besonderer Spannung erwarteten Votum der Mitglieder auf die zuvor angekündigte Vertrauensfrage eine überwältigende Zustimmung. Nur das Präsidium selbst enthielt sich, ansonsten stimmten alle 209 anwesenden und stimmberechtigten Mitglieder für die beiden Präsidenten!!!

Beide waren sichtlich bewegt von dem Ergebnis und  bedankten sich mit feuchten Augen beim Auditorium, das stehend, anhaltende Ovationen spendete. Vor der Vertrauensabstimmung hatten Rombach und Goss noch einmal ihre Gründe für die Vertrauensfrage erläutert. Dabei strichen sie heraus, dass sie sich in den vergangenen Jahren, ehrenamtlich und ohne je einen Cent persönlich erhalten zu haben, für den Verein engagiert und annähernd 30 Mio. Euro im strukturschwachen Raum für den RWE akquiriert hätten. Dies nur aus Liebe zum Verein, dem sich beide tief verbunden fühlen. Allerdings hätte sich zuletzt für beide doch die Sinnfrage gestellt, weil die Kritik auch an ihnen in der aktuell angespannten sportlichen Lage zuletzt doch lauter geworden wäre. Vor allem Rolf Rombach beklagte, dass er persönlich im achten Jahr seiner Präsidentschaft, aber auch seine Familie verbal in einer Weise angegriffen worden sei, die in Dauer und Intensität jedes Maß überschritten hätte.

Zuvor war das Präsidium bereits für seine Arbeit in der letzten Saison entlastet worden. Im Bericht über die Spielzeit 2011/2012 machte Rolf Rombach einen Streifzug über die wirtschaftlichen und sportlichen Themengebiete. So sprach er davon, dass das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Gewinn von ca. 40.000 Euro abgeschlossen worden sei. Dies wäre aber nur durch Sparsamkeit und Forderungsverzichte einiger Gläubiger in Höhe von 571.000 Euro möglich geworden. Wenn die Verhandlungen mit diesen Personen gescheitert wären, hätte Rot-Weiß einen Verlust von rund einer halben Million Euro eingefahren und mit einer DFB-Strafe rechnen müssen. Auch ein Punkt, bei dem der Präsident und sein Stellvertreter wieder Bescheidenheit demonstrierten, da beide zuvor nie öffentlich von ihrem Erfolg auf dieser Ebene gesprochen hatten. Sparsamkeit, so Rolf Rombach, sei auch in nächster Zeit die Aufgabe. Erst wenn die Arena stünde, würde sich die finanzielle Situation entspannen und mehr Spielraum für Investitionen entstehen. Sportlich hob er den 5. Platz der Vorsaison hervor, sprach aber auch von einem erneut desolaten Auftreten im Landespokal. Die fehlende Qualifikation für den DFB-Pokal habe richtig Geld gekostet. Fehler habe aber auch das Präsidium gemacht. Vor allem sei man dem Erwartungsdruck nach der Vorjahresplatzierung nicht entschlossen genug entgegengetreten. Außerdem sei es ein Fehler gewesen sich nicht nachdrücklicher um das Verweilen des einen oder anderen abgewanderten Spielers, etwa von Olivier Caillas, bemüht zu haben. In der Tat habe man bei nicht jeder Neuverpflichtung zudem ein glückliches Händchen gehabt. Dann hob er noch die positive Entwicklung einiger Spieler aus der aktuellen Mannschaft hervor und betonte, dass sich das Team inzwischen nach seiner Ansicht inzwischen gefunden habe. Nach seiner Auffassung sei RWE ein Leuchtturm des Profifußballs in Thüringen, den er gedenke künftig an diesem Platz gemeinsam mit Detlef Goss weiter zu verankern. Dafür würden sich alsbald auch strukturell noch einige Dinge ändern. Ein hauptamtlicher Sportvorstand und ein Geschäftsführer sollen gesucht und eingestellt werden.

Der Aufsichtsrat wurde ebenfalls entlastet. Dessen Vorsitzender, Alen Cevra, betonte zuvor in seiner Rede, dass er und seine Kollegen jede Entscheidung im Verein genau anschauen und prüfen würden. "Wir werden bei Rot-Weiß immer nur Dinge tun oder absegnen, die machbar sind", meinte Cevra, der auch den DFB aufforderte das "Geschäftsmodell 3. Liga" nochmal einer kritischen Überprüfung zu unterziehen. Vor seiner Rede war Cevra als Aufsichtsrat nachträglich von den Mitgliedern bestätigt worden. Außerdem wurde, ohne Gegenstimme Steffen Kühnemann von der Deutschen Bank als 7. Mitglied im Aufsichtsrat von den Mitgliedern bestätigt.

Der Ehrenratsvorsitzende Dr. Kaiser befasste sich in seiner Ansprache u.a. mit der Sportpolitik in der Landeshauptstadt und stellte die Frage: Quo vadis ? Er bemängelte, dass die geplante Arena um ein Haar im parteipolitischen Gezänk untergegangen sei. Aktuell bezeichnete er die Entscheidung für das Sicherheitskonzept der DFL als schweren Fehler.

Sehr ausführlich und detailreich beleuchtete Christian Preußer dann noch die Nachwuchsarbeit im Verein, listete Erfolge auf, gab Ausblicke.

Auch Lars-Eric Eichhorn von "PRO-RWE- die Nachwuchspaten e.V." kam zu Wort und erläuterte das Credo des Vereins: Sportliche Entwicklung und regionale Verbundenheit. So ist der Verein z.B. seit seiner Gründung um Integration, Sprachunterricht für Spieler mit Migrantenhintergrund, Wohnpatenschaften und viele weitere Dinge mehr bemüht.

Zu drei schriftlich gestellten Anträgen gab Versammlungsleiter Andreas Theis satzungsorientierte Auskünfte. (Vertrauensfrage künftig als Briefwahl nicht erforderlich, da Stimmrecht Abwesender übertragen werden kann / Jahresbilanz auf der Geschäftsstelle auf Antrag einsehbar / Offenlegung der Transferaktivitäten durch Rechenschaft von Trainer Emmerling und Sportmanager Traub abgelehnt, da Präsidium zur Abstimmung stehe und nicht einzelne Mitarbeiter. )

Nach etwa 2 Stunden endete die Versammlung von der - auch der komplett anwesenden Profimannschaft gegenüber - ein Zeichen großer Geschlossenheit ausging. Dies sollte den nötigen Rückenwind geben, die kommenden Aufgaben gemeinsam erfolgreich zu bewältigen.

 

W.M.