RWE trifft erstmals in dieser Saison in einem Spiel doppelt, steht aber gegen cleveres Lotte am Ende mit leeren Händen da. Während sich die Westfalen im Tabellenkeller etwas Luft verschaffen können, rutscht Erfurt wieder auf den letzten Platz ab

Der RWE wollte nach den turbulenten Ereignissen der letzten Tage, mit Unstimmigkeiten innerhalb der Vereinsführung, nun im Spiel gegen Sportfreunde Lotte wieder für positive Schlagzeilen sorgen. Aus dem Grund schickte Trainer David Bergner auch wieder eine offensiv eingestellte Elf aufs Feld – mit Ausnahme des verletzten Luka Odak, für ihn rückte der zuletzt gesperrte Biankadi in die Startformation - die gleiche, die auch zuletzt gegen Chemnitz begann. Beim Gast aus Westfalen fanden unter der Woche ebenfalls Personalveränderungen statt. Mit Neu-Trainer Andreas Golombek trat bereits der vierte Trainer in dieser Saison sein Amt bei den Sportfreunden aus Lotte an und wollte in Erfurt eine erste Visitenkarte abgeben.

RWE dreht frühen Rückstand

Das Spiel nahm auf tiefem Geläuf – mit Anpfiff setzte über Erfurt heftiger Regen ein - gleich ordentlich Fahrt auf. Es waren noch keine 10 Minuten gespielt, als die Gäste bereits mit 1:0 in Führung gingen. Lotte-Spieler Dej schickte Oesterhelweg, der von den Strafraumgrenze einfach mal draufhielt und Klewin aus 12 Metern keine Chance ließ. In den Anfangsminuten war es zudem ungewohnt ruhig im Fanblock der RWE-Anhänger. Aus Protest gegen die jüngsten Vorkommnisse verweigerten sie zunächst ihren Support. Das frühe Gegentor war wie ein Weckruf für die Rot-Weißen. Fortan fand das Team von David Bergner immer besser ins Spiel und erspielte sich dabei ein ums andere Mal gute Gelegenheiten. In der 17. Minute war es dann Elias Huth, der nach Schuss von Lauberbach, am schnellsten schaltete und den Abpraller von Lotte-Schlussmann Fernandez über die Linie drückte. In der Folge drängte Erfurt auf das zweite Tor. Nach scharfer Freistoßflanke von Benamar und anschließender Kopfballverlängerung von Kammlott hatten die Rot-Weiß-Fans den Jubelschrei schon auf den Lippen (24.). Fernandez konnte die Führung jedoch mit starkem Reflex noch verhindern. Vier Minuten später war es dann aber soweit. Nach gut getimter Ecke von Menz köpfte Kapitän Möckel unter Bedrängnis ein (28.). Die Moral stimmte: zum ersten Mal in dieser Saison drehte die Mannschaft einen Rückstand. Das Spiel wogte weiter hin und her. Nach einer halben Stunde bot sich die nächste Großchance für die Gäste, die jedoch aus dem Rückraum verzogen. Eine Ecke brachte noch vor der Pause den Ausgleich. Oesterhelweg trat den ruhenden Ball, der an Freund und Feind vorbei zentral vor dem Tor Freiberger fand. Der Lotte-Angreifer hatte aus 5 Metern völlig freistehend keine Probleme einzuköpfen (36.). Bis zur Halbzeit begnügten sich beide Teams dann mit dem 2:2 Unentschieden. Es war zugleich das erste Mal in dieser Spielzeit, dass der RWE in einem Spiel mehr als ein Tor erzielen konnte.

Lotte hellwach nach der Pause

Die zweiten 45 Minuten begannen mit einem Paukenschlag. Und wieder waren die Lotte-Angreifer Dej und Oesterhelweg beteiligt. Letzterer nahm einen hohen Ball im Strafraum mit der Brust an, ließ Neuhold aussteigen und schob flach in die Mitte ein (47.). Fleiß und Einsatz stimmten auch dieses Mal beim RWE, doch wie so oft in dieser Saison stimmte der Ertrag letztlich nicht. Auch im siebten Spiel in Folge stand am Ende kein Sieg, weil unter anderem Huth (53.) und Biankadi (72./80.) ihre Chancen liegen ließen. Letztendlich hätte Lotte sogar noch höher gewinnen können, Al Ghaddioui (59.) und Oesterhelweg (63.) scheiterten aber an Klewin oder sich selbst.

Nach dem Sieg von Würzburg gegen Halle liegt Erfurt jetzt wieder auf dem letzten Rang in der Tabelle. In der Länderspielpause steht für den RWE ein Benefizspiel gegen Dynamo Dresden an. Danach folgen in der Liga zwei Auswärtspartien. Zunächst bei der SG Sonnenhof Großaspach (18.11.) und anschließend bei Werder Bremen II (25.11.). Das nächste Heimspiel steigt am 2. November, wenn der SV Meppen ins Steigerwaldstadion kommt.

Statistik:

0:1 Oesterhelweg (8.), 1:1 Huth (17.), 2:1 Möckel (28.), 2:2 Freiberger (36.), 2:3 Oesterhelweg (47.)

Aufstellung:

FC Rot-Weiß Erfurt

Klewin - Neuhold, Dabanli, Möckel, Benamar – Menz, Biankadi, Brückner (85. Bieber) - Kammlott, Lauberbach (69. Bergmann), Huth

Sportfreunde Lotte

Fernandez - Schulze, Straith, Rossmann, Hohnstedt - Wendel, Dej (67. Putze), Heyer - Freiberger (89. Rahn), Al Ghaddioui, Oesterhelweg (78. Rosinger)

Zuschauer: 4.532


Bilder zum Spiel von Frank Steinhorst

05.11.2017 \ Profis