Antrag auf Zuschuss zurückgenommen

Verein erklärt die Zusammenhänge

Nach den Presseveröffentlichungen der letzten Tage ist eine Situation eingetreten, die eine Stellungnahme unsererseits jetzt unverzichtbar macht. Auch weil in der Öffentlichkeit der Verein als Bittsteller dargestellt wurde, der offenbar versucht seine wirtschaftliche Situation durch öffentliche Zuschüsse zu verbessern. Das aber stimmt nicht.

Wir unterrichten die Öffentlichkeit hiermit darüber, was wirklich in den letzten Tagen geschehen ist.

Der Reihe nach:

Am 22.02.2017 gab es in Anwesenheit von Präsident Rombach, Marketingvorstand Kalt, Geschäftsstellenleiter Krause, Steuerberater Krings und Rechtsanwalt Dr. Hildebrandt von Seiten des Vereins im Rathaus ein Gespräch mit Herrn Oberbürgermeister Bausewein und Herrn Beigeordneten Hilge darüber, dass wir als Verein die ursprünglich ins Auge gefasste jährliche Stadionpacht für die Saison 2017/2018 von 570.000,00 € (630.000,00 € in der Saison 2018/2019) und die exorbitant hohen Neben- und Spieltagskosten nicht werden tragen können. Der Grund dafür ist, dass wir neben der etwa doppelt so hohen Miete im Vergleich zu anderen Drittligavereinen, die ebenfalls über ein neues Stadion verfügen, die ebenso exorbitant hohen Nebenkosten (z. B. Security, Catering, Beschallung Westtribüne, Ansteuerung Videowall) nicht stemmen können. Teilweise betragen die Kosten für Security etwa 30.000,00 € pro Spieltag. In der Summe würde der Verein, wenn er die Forderung der Arena GmbH Erfurt entspräche, in der Saison 2017/2018 Nutzungsentgelte (Miete, Nebenkosten und Spieltagskosten) für die Arena von ca. 1,4 bis zu 1,8 Mio € zahlen ! Diese Beträge kann man noch besser einordnen, wenn man weiß, dass der FC RWE jährliche Einnahmen aus Ticketing von nur ca. 1,2 Mio € erzielt. Der Verein würde daher an jedem Spieltag eine gewaltige Geldsumme verlieren, nur um in der Arena spielen zu dürfen. Ein gigantisches Minusgeschäft also.

Für die Lizenz müssen wir den Abschluss eines Pachtvertrages, dessen Kosten in die Lizenzunterlagen einzukalkulieren sind, dem DFB vorlegen. Die Vereinsvertreter legten am 22.02.2017 dar, dass die Gespräche mit der Geschäftsführung der Arena Erfurt zu diesem Thema wenig zielführend seien, weil die Ursache der explodierenden Nebenkosten im Wesentlichen in der Bauausführung liegt. Zudem hat der Freistaat (bzw. die Messe Erfurt) als zweiter Gesellschafter der Arena Erfurt kaum Bereitschaft gezeigt, die Diskussion über die Frage der Ortsüblichkeit der Pachtzahlung nochmals zu führen.

Es geht uns nur darum einen der wirtschaftlichen Gesamtsituation des Vereins entsprechenden Pachtvertrag mit einer ortsüblichen Miete abzuschließen und die Nebenkosten sowie die Spieltagskosten einzudämmen. Mit diesem Begehren sind wir am 22.02.2017 an die Stadt als Bauherr und Gesellschafter der Arena Erfurt herangetreten. Insbesondere zielte das Gespräch auch auf die Vermittlung eines Gesprächs mit den städtischen Behörden, insbesondere dem Ordnungsamt, ab, um eine tragfähige Lösung für die Sicherheit in der Arena zu finden, die zugleich die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Vereines berücksichtigt.

Zu unserer Überraschung ist der Oberbürgermeister aber am 22.2.2017 im Beisein von Herrn Hilge unserem einzigen Wunsch, nämlich dem nach einer ortsüblichen und angemessenen Pacht- und Nebenkostenvereinbarung, mit einem neuen Vorschlag begegnet. Es müsse seiner Meinung nach grundsätzlich bei den auf dem Tisch liegenden Pacht- und Nebenkostenforderungen der Arena Erfurt bleiben, weil diese sonst in ihrer Existenz bedroht wäre. Daher sollten wir alternativ zu einer reduzierten Pacht einen entsprechenden Antrag auf einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 600.000,00 € für die Saison 2017/2018 stellen. Diese Vorgehensweise würde der Oberbürgermeister unterstützen und dafür um eine entsprechende Mehrheit im Rat werben. So könnten für den Verein die kurzfristigen Lizenzprobleme bezüglich des Pachtvertrages gelöst werden, obwohl wir im Gegenzug den teuren Pachtvertrag für die Zukunft schließen würden.

Nur aufgrund dieses Vorschlages hat sich das Präsidium dazu entschlossen, einen städtischen Zuschuss zu beantragen. Gleichzeitig war uns klar, dass dies keine endgültige und dauerhafte Lösung darstellt, da wir über kurz oder lang neuerlich bei der Stadt oder der Arena Erfurt vorstellig werden müssen, weil der zu hoch taxierte Pachtvertrag gleichzeitig mit unterschrieben werden müsste. Wir sind auf den Vorschlag des Oberbürgermeisters eingegangen, obwohl das eigentlich nicht unser Anliegen war. Uns ging es grundsätzlich darum die Strukturfragen im Stadion für Jahre zu klären. Wir sahen diese Lösung daher als zu kurz gegriffen, wollten aber auch keinem alternativen anderen Weg zu einer kurzfristigen Lösung im Wege stehen.

Die Vereinsführung hat sich nunmehr entschlossen, den Antrag auf Gewährung eines einmaligen Zuschusses zurückzuziehen!

Natürlich sind die Probleme der Lizenzierung mit diesem Schritt gerade im Hinblick auf den Nachweis eines Pachtvertrages zur Austragung der Heimspiele noch nicht gelöst. Wir werden versuchen die sachliche Auseinandersetzung zum Abschluss des Pachtvertrages mit angemessenen Konditionen mit der Arena Erfurt fortzusetzen, um einen den Bedingungen der 3. Liga und unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit entsprechenden Vertragsabschluss in den nächsten Wochen zu finden. Hierbei muss jedem klar sein, dass die Nebenkostenfrage kein Nutzerproblem, sondern ein Eigentümerproblem war und ist.

Im Zuge der Berichterstattungen der letzten Tage ist viel Unwahres (der Verein weigere sich Zahlen offen zu legen) und Diskreditierendes (arrogante Verhaltensweisen auf Seiten des Klubs) geschrieben und in sozialen Medien kommentiert worden. Im Umkehrschluss haben uns aber auch unzählige Zuschriften von Fans und Befürwortern unseres rot weißen Fußballs erreicht und uns in einer Welle von positiven Mails, Likes und Kommentaren Mut zugesprochen und Zuversicht und Unterstützung zugesagt. Daher ist das Präsidium überaus optimistisch, dass der finanzielle und sportliche Kraftakt der Lizenzerteilung für die 3. Liga für die nächste Saison gemeinsam geschafft werden kann. Wir wünschen uns nun, dass die Verhandlungen um eine angemessene, wettbewerbsgerechte und zahlbare Pacht mit der Arena GmbH fortgeführt werden kann, um eine Lösung zu finden, den Profifußball in Erfurt zu erhalten!

In der kommenden Woche werden wir für ggfs. weitere Fragen den Medien in einer Pressekonferenz zur Verfügung stehen. Datum, Uhrzeit und Besetzung des Podiums teilen wir Ihnen noch rechtzeitig mit.

10.03.2017 \ Verein