Déjà-vu für RWE – Schlussminuten bringen Erfurt um verdienten Lohn in Chemnitz

Spielfreudiges Erfurt belohnt enormen eigenen Aufwand nicht und kassiert kurz vor Schluss den entscheidenden Gegentreffer beim Chemnitzer FC

Wenn man schon kein Glück hat, dann kommt beim RWE derzeit auch noch Pech dazu. So geschehen in der 87. Spielminute in der Partie gegen den Chemnitzer FC, als der Ball im Erfurter Strafraum nach einem Freistoß direkt vor die Füße von CFC-Kapitän Marc Endres fiel und dieser die Kugel unhaltbar für Philipp Klewin in den Winkel jagte. Bis dato hatte der RWE die Kontrolle über das Spiel, ließ Ball und Gegner geschickt laufen, vermochte es allerdings nicht, eine der zahlreichen Großchancen im Tor unterzubringen. „Das müssen wir uns leider vorwerfen. Ansonsten war das heute ein anständiges Spiel meiner Mannschaft, das wir auf gar keinen Fall verlieren dürfen“, beschreibt Trainer Bergner.

Verhaltene Anfangsphase und frühes Aus für Kammlott

Der RWE-Coach vertraute - bis auf den Gelb-gesperrten Biankadi, für ihn rückte Neuhold in die Mannschaft - der gleichen Startelf, die auch im letzten Spiel gegen Halle überzeugte. Die ersten Minuten in der mit 7735 Zuschauern gefüllten community4you-Arena verliefen relativ ausgeglichen. Bei tiefen und schwierigen Platzverhältnissen scheuten beide Mannschaften zunächst das letzte Risiko im Spiel nach vorne. Denkbar ungünstig war aus Erfurter Sicht auch der frühzeitige verletzungsbedingte Wechsel von Stürmer Carsten Kammlott nach 15 Minuten. Für ihn kam Waseem Razeek ins Spiel.

Die erste gute Gelegenheit bot sich dem RWE durch eine Ecke. Dabanli verzog aus etwa zehn Metern halblinker Position, knapp über das Tor. Nach gut einer halben Stunde rauschte Elias Huth nach einer Hereingabe von links mit dem Kopf heran, konnte den Ball aber auch nicht über die Linie drücken, da CFC-Schlussmann Kunz gut reagierte (32.). Im Gegenzug kamen die Gastgeber zu einer Großchance durch Kluft, der einen von Klewin abgewehrten Ball weit über das Tor setzte (37.). Die wohl größte RWE-Chance in den ersten 45 Minuten hatte jedoch Eigengewächs Lion Lauberbach. Mustergültig von Brückner freigespielt, zielte der 19-Jährige aus acht Metern etwas zu hoch. Viele Chancen - keine Tore, so lautete das Fazit der ersten Halbzeit.

Glückloser RWE trauert vergebenen Chancen nach

Unverändert kamen beide Teams aus der Kabine. Den Hausherren gelang relativ wenig, sodass Erfurt um Spielkontrolle bemüht war und sich weitere gute Möglichkeiten erspielte, ohne jedoch Kapital daraus zu schlagen (Lauberbach 58.). Danach musste der RWE den nächsten verletzungsbedingten Wechsel hinnehmen: Odak musste mit Oberschenkelproblemen raus (71.), Laurito kam neu ins Spiel. Chemnitz weiterhin ohne Druck, auch ein Freistoß aus 20 Metern aus halblinker Position stellte Klewin vor keinerlei Probleme. Sieben Minuten vor dem Ende hatten die Erfurt-Fans den Torschrei bereits auf den Lippen, doch ein Kopfball nach langem Einwurf von Benamar ging knapp neben das Gehäuse. Und so rächte sich die Vielzahl vergebener Chancen. Nach 87 Minuten landete der Ball nach einem Freistoß für Chemnitz bei Endres, der volley aus gut zehn Metern in den Winkel zum 1:0-Sieg traf. RWE bekam in den Schlussminuten noch zwei Freistöße zugesprochen, ließ diese allerdings ungenutzt.

Statistik:

Chemnitzer FC

Kunz - Leutenecker, Trapp, Endres, Mlynikowski - Reinhardt, Grote,

Kluft (88. von Piechowski), Slavov - Hansch (90. Scheffel), Frahn (67.Aydin)

FC Rot-Weiß Erfurt

Klewin – Odak (71. Laurito) , Dabanli, Möckel, Benamar - Neuhold, Menz - Brückner (68. Kurz),

Kammlott (18. Razeek) - Lauberbach, Huth

Zuschauer: 7.735

29.10.2017 \ Profis