Der Dino bleibt Letzter der Liga. Vor nur rund 3800 Zuschauern im Steigerwaldstadion unterlag die Mannschaft von Stefan Krämer starken Gästen, die reifer wirkten und ihre Torchancen eiskalt nutzten.

Stefan Krämer hatte seine Mannschaft an vielen Stellen umgebaut. Brückner lief zentral offensiv als „Zehner“ auf, dafür nahm Benamar seinen Platz auf der linken Abwehrseite ein. Biankadi rückte an den linken Flügel, Neuhold verteidigte in Abweseheit von Möckel im Abwehrzentrum an der Seite von Laurito.

In einer nur durchschnittlichen Drittligapartie hatten die Gäste den besseren Start und schon nach wenigen Minuten die Chance zur Führung, doch Andrist scheiterte gleich zweimal an Geburtstagskind Klewin (6.). Rot-Weiß benötigte etwas länger als der SVWW, um in die Begegnung zu finden, betrieb dabei viel Aufwand, krankte aber erneut an seiner Schwäche im Offensivbereich. Als sich gleichwohl in der 26. Minute eine Riesenchance eröffnete, wurde sie von Benamar vergeben. Vorangegangen war eine tolle Kombination über Huth und Biankadi, ehe Benamar frei vor dem gegnerischen Tor stehend aus 10 Metern Entfernung an Torwart Kolke scheiterte. Wer weiß was im weiteren Verlauf des Spiels noch geschehen wäre, wenn Benamar hier getroffen hätte. So übernahmen die Gäste schnell wieder den Taktstock, immer bemüht schnelle Angriffe aus dem Mittelfeld zu fahren. Ein solcher bot in der 37.Minute ein weiteres Mal die Chance für die Hessen selbst in Führung zu gehen. Andrichs Schuss, nachdem Klewin schon geschlagen war, wurde aber, kurz bevor der Ball über die Torlinie ging, von Laurito noch geklärt. Mit 0-0 ging es in die Kabinen.

Aus der kam Erfurt zunächst personell unverändert zurück. Wiesbaden dagegen brachte Breitkreuz für Blacha. Was dann zunächst folgte, waren die großen Minuten des schlaksigen Wiesbadener Stürmers Schäffler. Zunächst rutschte er noch um wenige Zentimeter an einer Flanke vorbei (48.). Dann jedoch traf er zum 0-1 nach Vorarbeit von Andrist (50.). Nur 11 Minuten danach war er wieder zur Stelle und markierte mit seinem 6. Saisontor das 0-2 (61.). Und weitere sechs Minuten danach verhinderte Klewin einen lupenreinen Hattrick des abgezockten Angreifers. RWE-Trainer Krämer reagierte umgehend. Bieber (für Brückner) und Ludwig (für Dabanli) sollten das Ruder noch mal herumwerfen. In der Tat ging bald darauf (scheinbar) noch was. Nach einem Abwehrfehler des in dieser Saison so sicheren Wiesbadener Innenverteidigers Mockenhaupt war Huth blitzschnell da und markierte mit seinem ersten Tor im Dress des RWE den Anschlusstreffer (75.). Sekunden später handelte sich Wiesbadens Ruprecht nach einem Foul am Erfurter Torschützen die gelb-Rote Karte ein und plötzlich ging ein Ruck durch die Rot-Weiße Mannschaft. Plötzlich hatte man das Gefühl, dass eine schon verloren geglaubte Partie womöglich doch noch einen guten Abschluss finden könnte. Die Erfurter warfen alles rein, was sie hatten, drängten Wiesbaden weit hinten rein. Nach einem Freistoß von Menz setzte Bieber einen Kopfball nur haarscharf neben das Tor der Gäste. Innerhalb weniger Augenblicke hätte es 2-2 stehen können. Krämer brachte für die Offensive nun auch noch Lauberbach für Odak. Doch alle Hoffnung auf den Ausgleich zertörte in der 87. Minute der Pole Mrowca, der nach kluger Vorarbeit von Diawusie den Ball unhaltbar in den linken Erfurter Torwinkel hämmerte (87.). Schäffler hätte kurz vor dem Abpfiff fast noch das 1-4 erzielt, doch blieb es am Ende beim 3-1 Auswärtserfolg der Gäste, die selbst in Unterzahl einen klaren Kopf behielten und insgesamt die reifere Mannschaft waren.

Natürlich sind wir angeschlagen“.

Wassem Razeek

Am Ende war es eine verdiente Niederlage."

Stefan Krämer

Während sich die Gäste mit dem vierten Sieg in Serie vorne festbeißen, trägt der RWE nach der dritten Niederlage hintereinander weiter die Rote Laterne. Und die Aufgaben werden nicht leichter. Kommende Woche tritt die Mannschaft im Landespokal beim FC Carl Zeiss an, dann geht die Reise zum Tabellenzweiten Fortuna Köln.


Statistik:

Treffer: 0:1/0:2 Schäffler (50./61.), 1:2 Huth (75.), 1:3 Mrowca (87.)

Rot-Weiß Erfurt: Klewin - Odak (80. Lauberbach), Menz, Laurito, Brückner (64. Bieber) -Neuhold, Dabanli (69. Ludwig)- Razeek, Biankadi, Benamar - Huth

SV Wehen Wiesbaden: Kolke - Kuhn, Mockenhaupt, Ruprecht, Nothnagel - Mrowca, Andrich -Andrist (78. Reddemann), Müller (65. Diawusie) - Blacha (46.Breitkreuz), Schäffler

Zuschauer: 3.827

Besonderes Vorkommnis: Ruprecht (77./wdh Foul.)

30.09.2017 \ Profis