Die Magdeburger Arena dürfte am Samstag vielleicht sogar ausverkauft sein – trotz TV-Liveübertragung. Bis heute sind bereits annähernd 20.000 Karten abgesetzt worden. Der Grund: Das Treffen zwischen dem FCM und dem RWE ist nicht nur ein altes Ostderby, es bezieht auch aus der tabellarischen Konstellation Hochspannung. Für den Gastgeber geht es um den Aufstieg, Erfurt will für den Klassenerhalt punkten.

Rekordbesuch in Magdeburg erwartet

Bundesligaatmosphäre erwartet uns am Samstag (14.00 Uhr) in der Magdeburger MDCC-Arena. Der bisherige Rekordbesuch dieser Saison liegt in Magdeburg bei 21.000 Besuchern (gegen Hansa Rostock). Wie schon bei der FCM-Drittligapremiere im Sommer 2015, damals auch gegen den RWE, haben die Anhänger der Elbestädter zu diesem Ostderby einen blau-weißen Fahnentag ausgerufen. Die Magdeburger brauchen in dieser Partie dringend einen Sieg, um die direkten Verfolger aus Osnabrück, Kiel und Regensburg auf Distanz zu halten. Da kommt die Aktion zur Anheizung der Stimmung gerade recht. Immerhin hat der Aufsteiger aus dem Vorjahr ein großes Ziel vor Augen. Die Mannschaft kann den Sprung in die 2. Liga schaffen. Neun Runden vor Schluss wird es nämlich allmählich richtig ernst.

Erfurt reist selbstbewusst in die Börde

Das gilt aber auch für die Situation am Tabellenende in dieser spannenden Liga. Noch haben unsere Rot-Weißen fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Doch dies ist bestenfalls eine trügerische Sicherheit. Der Punkte-Vorsprung kann ganz schnell aufgezehrt sein. Und unser Torverhältnis ist nun auch nicht gerade das Beste. Deshalb reist unsere Mannschaft nach Magdeburg, um dort nicht nur gut auszusehen, sondern um zu punkten. Ein Zähler wäre schon eine respektable Ausbeute, drei Punkte wären noch schöner. Unmöglich ist auch in Magdeburg nichts. Denn nur die Hälfte ihrer bislang 14 Heimspiele hat der Traditionsklub aus der Hauptstadt von Sachsen-Anhalt gewinnen können. Viermal gingen die Gäste dabei als Sieger vom Platz. Drei Gegner entführten einen Punkt. Auch der couragierte Erfurter Auftritt im Hinspiel sollte ermunternd wirken. Damals riskierte Christopher Bieber bei seinem Siegtor in des Wortes wahrster Bedeutung Kopf und Kragen.

Alle Mann an Bord

Unser Cheftrainer Stefan Krämer kann auf alle Spieler seines Kaders zurückgreifen. Auch Mikko Sumusalo ist wieder fit. Die freie Auswahl hat aber auch eine kleine Schattenseite. Einigen Akteuren wird Krämer sagen müssen, dass sie nicht zum Aufgebot gehören werden. „Meine Jungs sind vernünftig. Sie wissen, dass nicht alle dabei sein können. Die, die es trifft, werden das von mir persönlich erklärt bekommen“, sagt der Coach. Er traut seinem Team bei Abrufung von 100 Prozent auch etwas in Magdeburg zu. „Wir haben zuletzt aus der Spitzengruppe Osnabrück geschlagen und in Duisburg gut ausgesehen. Wir können auch in Magdeburg was abgreifen."

So viele Zuschauer, das ist doch toll. Wer da die Pampers voll hat, der soll es gleich sagen und daheim bleiben“.

Stefan Krämer, RWE Cheftrainer

Aber es wird nicht leicht. Die Mannschaft von Jens Härtel, mit dem Krämer den Trainerschein gemacht habe, macht es gut in dieser Saison. "Er führt eine gestandene Mannschaft, die schlaue Transfers getätigt hat. Wir haben im Schnitt sicher einen Nachteil bei der Körpergröße. Aber das ist, auch bei Standards, auszugleichen. Je nachdem, wie man zum Gegner steht, wie man ihn anläuft. Die Kulisse sollte uns auch motivieren. So viele Zuschauer, das ist doch toll. Wer da die Pampers voll hat, der soll es gleich sagen und daheim bleiben“ sagt Stefan Krämer. Samir Benamar jedenfalls gehört nicht zu den Angsthasen. Der Flügelflitzer: „Ich habe noch nie vor so einer Kulisse gespielt. Wir freuen uns alle auf das Spiel. Wäre geil, wenn wir in Führung gehen könnten. Dann wird es auf den Rängen schnell ruhiger“.

Der Trainer will die Aufgabenverteilung mit seinen Jungs genau absprechen. „Wenn wir den Ball haben, dann ist das eher unsere Ruhephase. Wenn der Gegner in Ballbesitz ist, dann beginnt die Hatz. Wir erwarten Magdeburg offensiv in einem 3-4-3 und werden gegen den Ball wohl auf ein 5-4-1 treffen. Das wird alles sehr spannend werden“.

Mediale Berichterstattung

Die Partie ist vielleicht die interessanteste Begegnung des Tages und nicht zuletzt deshalb wird sie live im MDR-Fernsehen und später in Ausschnitten noch in der ARD-Sportschau gezeigt. Auch das RWE-TV ist dabei und übernimmt in gewohnter Weise wieder die Vorberichterstattung ab 13.45 Uhr. Zudem können nicht mitreisende Fans auch auf das RWE-Radio und den RWE-Ticker zurückgreifen.

30.03.2017 \ Profis