Nach den beiden Siegen gegen Jena und in Osnabrück wollte unser Team heute erneut drei Punkte einfahren. Aber es kam anders. Haching siegte und Carsten Kammlott musste zu allem Unglück auch noch früh verletzt ausscheiden.

Das hatten sich die Rot-Weißen anders vorgestellt. Der Aufsteiger aus der Münchner Vorstadt stahl uns vor knapp 4400 Zuschauern die Show und siegte, verdient, wie man fairerer Weise sagen muss, mit 2-0. Somit passte am Schluss dieser Partie die Stimmung zum regnerischen Wetter. Einfach nur trist!

Schon nach 9 Minuten musste Stürmer Carsten Kammlott den Dienst quittieren. Verdacht auf Muskelfaserriss. Für ihn kam Neuzugang Bastian Kurz in die Mannschaft. Beide Teams suchten schnell nach ihrer Linie, doch nur Unterhaching sollte sie wirklich finden. Zwei Superchancen zur Führung ließen zwei der Besten auf Seiten der Süddeutschen nach rund einer halben Stunde liegen. Zuerst verpasste Stephan Hain (26.), dann scheiterte auch Sascha Bigalke nur knapp (29.). Doch kurze Zeit später ging die Spielvereinigung schließlich doch in Führung. Thomas Steinherr flankte von rechts mustergültig auf Thomas Hagn, der problemlos zum 1-0 für die Süddeutschen einschob (35.). Mit dieser Führung für die insgesamt spielerisch und läuferisch überzeugendere Mannschaft ging es auch in die Pause.

Die 2. Halbzeit begann mit etwas mehr Schwung von Erfurter Seite. Vor allem über die Flügel, über Razeek etwa, versuchten sie es, doch im letzten Drittel fehlte es an Passgenauigkeit, so dass nicht viel mehr als eine Chance durch Merveille Biankadi heraussprang (53.). Die Gäste spielten es genauer und sehr abgezockt. Nach einer Stunde trafen sie deshalb erneut und erhöhten auf 2-0. Nach einem sehr schönen Zuspiel von Bigalke erzielte Hain dabei ein wahres Traumtor. Er traf genau in den Torwinkel und ließ damit Philipp Klewin keine Chance. Vier Minuten später hätte der inzwischen eingewechselte Christopher Bieber es womöglich noch einmal spannend machen können. Doch scheiterte er, allein vor Gästetorwart Müller auftauchend, wohl in erster Linie an seinen Nerven. Das Verschieben, die Positionswechsel, die flüssigen Kombinationen des wackeren Aufsteigers zogen den Rot-Weißen, die ihrerseits eine zu hohe Fehlpassquote in ihrem Spiel hatten, letztlich den Zahn. Steinherr hätte für die Hachinger eine gute Viertelstunde vor dem Abpfiff sogar um ein Haar noch das 3. Tor gemacht, aber das wäre dann wohl des Guten zu viel gewesen. Am Ende „reichte“ dem Erfurter Anhang auch dieses 0-2, nach einem schwachen Spiel ihrer Mannschaft, in der kaum ein Spieler an die Leistungen der letzten beiden Auftritte anknüpfen konnte.

Am Sonntag in Karlsruhe, am Ende der englischen Woche, fehlt neben Carsten Kammlott, dessen Genesung bis zum Wochenende eher unwahrscheinlich erscheint, auch Luka Odak, der die 5. Gelbe Karte sah. Immerhin ist Jens Möckel wieder da. Auch gegen Haching hätte er eingesetzt werden können, doch vertraute Stefan Krämer den "Siegern" von Osnabrück. Heute haben sie ihn nicht erfreut, doch am Sonntag ist wieder ein neues Spiel!

In keiner Phase des Spiels sind wir ans Limit gegangen. Ich hatte nie das Gefühl, dass wir eine Möglichkeit hätten, dem Spiel eine Wende zu geben“.

RWE-Trainer Stefan Krämer


Statistik:

RWE: Klewin - Odak, Laurito, Menz, Brückner - Ludwig (60. Bieber), Dabanli (81.Lauterbach) - Kammlott (9. Kurz), Biankadi, Razeek - Huth

Haching: Müller - Bauer, Welzmüller, Winkler, Dombrowka - Taffertshofer (39. Greger), Kiomourtzoglou - Hagn, Steinherr (81. Porath), Bigalke - Hain

Zuschauer: 4.381

20.09.2017 \ Profis