Köln erwies sich diesmal als schlechtes Pflaster für den RWE

Eine Reise nach Köln versprach in der jüngeren Vergangenheit stets freudige Gesichter bei den Verantwortlichen des RWE. Auch bei den letzten beiden Gastauftritten konnte man sich in einer sportlich schwierigen Situation durch Siege in der Domstadt befreien. Dass es diesmal anders kommen sollte, lag vor allem an einer spielentscheidenden Szene in der 66. Minute.

Ähnlich wie zuletzt im Pokalspiel gegen Carl Zeiss Jena begann die Elf von David Bergner mutig und couragiert, suchte dabei den direkten Weg nach vorne und stellte die Fortuna dadurch immer wieder vor erhebliche Probleme. Bergner änderte bei seinem Drittliga-Debüt als RWE-Trainer die Aufstellung im Vergleich zum Pokalspiel auf einer Position: Für den am Oberschenkel verletzten Marius Wegmann rückte Berkay Dabanli in die Viererkette. Keeper Philipp Klewin, der sich noch am Sonntag im Derby einen Nasenbeinbruch zugezogen hatte, konnte in Köln ohne Maske auflaufen.

Dem Tabellendritten fiel in der ersten Halbzeit wenig, gegen eine gut gestaffelte Erfurter Defensive, ein. Beide Mannschaften begegneten sich in den ersten 45 Minuten auf Augenhöhe. Vom Tabellenbild – Spitzenteam gegen Schlusslicht – war hier nichts zu erkennen.

In der 23. Minute eroberte RWE-Youngster Lion Lauberbach im Mittelfeld den Ball und lief alleine auf Gästetorwart Tim Boss zu (23.), scheiterte jedoch an diesem. Auf der anderen Seite rächte sich die vergebene Großchance beinahe. Kegel trat zum Elfmeter an, Klewin hatte Dominik Ernst zu Fall gebracht, doch der RWE-Keeper zeigte seine ganze Klasse und lenkte den Schuss an die Latte (26.). Bis zur Halbzeit hielt Erfurt stark dagegen und ließ nichts mehr anbrennen.

Nach dem Seitenwechsel vertraute David Bergner auf dasselbe Team. Die Rot-Weißen spielten weiterhin frech mit und setzten die Fortuna durch konsequentes Pressing früh unter Druck. Klewin konnte sich wie im ersten Durchgang auszeichnen, nach einem gut platzierten Schuss von Daniel Keita-Ruel verhinderte der Schlussmann gerade noch das Gegentor (58.).

Die Partie wurde in den nachfolgenden Spielminuten deutlich bissiger und der kurz zuvor eingewechselte Christopher Bieber sah nach zwei Fouls binnen kurzer Zeit die Gelb-Rote Karte (66). Die Hausherren nutzten ihre personellen Vorteile anschließend und gingen durch Keita-Ruel in Führung (75.). Nach einer Flanke von Nico Brandenburger vollendete der Kölner im Zentrum per Seitfallzieher.

In der knapp 25-minütigen Überzahl ließ die Fortuna kurz vor Schluss noch das 2:0 folgen. Nach einem Foul im Strafraum erhöhte Dahmani per Nachschuss, nachdem Philipp Klewin auch den zweiten Elfer an diesem Abend parierte (88.).

Letztlich bleibt eine bis zum Platzverweis tolle Vorstellung der Rot-Weißen, die sich leider wieder einmal nicht für ihren enormen Aufwand belohnen konnten. Mit ähnlich viel Leidenschaft und Mut im nächsten Spiel, zu Hause gegen den Halleschen FC, sollte auch endlich wieder Zählbares dazukommen.

Statistik:

Fortuna Köln: Boss - Fritz, Mensah, Pazurek, Ernst - Kessel (79. Kurt), Kegel - Brandenburger, Dahmani (89. Falahen), Scheu (90. Bender) - Keita-Ruel

FC Rot-Weiß Erfurt: Klewin - Odak (86. Schwitalla), Möckel, Dabanli, Neuhold - Menz, Biankadi - Razeek (68. Kurz), Benamar - Lauberbach (58. Bieber), Huth


Zuschauer: 2.403

Tore: 1:0 Keita-Ruel (74. Minute), 2:0 Dahmani (87. Minute)

13.10.2017 \ Profis