Rund 7300 Zuschauer waren Zeuge dieses Flutlichtspiels, bei dem die Gäste von der Küste am Ende mit 1-0 als verdiente Sieger vom Platz gingen. Zu harmlos erwies sich einmal mehr der Gastgeber im Angriff.

Rot-Weiß Erfurt musste wieder auf zahlreiche Stammkräfte verzichten. Immerhin waren aber Möckel und Kammlott wieder dabei. Nachdem beide Teams schnell ins Spiel fanden, hatten die Rostocker die erste dicke Chance des Spiels. Als Klewin einen strammen Schuss von Wannenwetsch nur abfausten konnte, landete der Ball vor den Füßen von Ziemer, der aber von der Einschußmöglichkeit zu sehr überrascht wurde, um etwas Zählbares daraus zu machen (15.). Auf der Gegenseite bald auch eine wenigstens halbwegs gute Chance. Nach Freistoß von Ludwig legte Bieber mit der Brust für Biankadi ab, dessen Schuss aber 2 Mter über die Latte zischte (21.). Dann die 27. Minute: Freistoß für die Norddeutschen aus dem Halbfeld durch den Ex-Münsteraner Bischoff. Der Ball schwebt in den Erfurter Strafraum, aus einer Traube von Spielern reckt sich Hansas mit aufgerückter Innenverteidiger Hüsing hoch und rammt den Ball mit Anlauf und per Kopf zum 0-1 ins Rot-Weiße Gehäuse (27.). Obwohl die Gastgeber viel liefen und auch manch gelungene Aktion verzeichneten, jedoch zu oft "langen Hafer" schlugen, blieben sie im letzten Drittel wieder einfalts- und harmlos. So ging es mit dem 0-1 in die Kabinen.

Direkt nach Wiederbeginn die beste Szene von Kammlott, der nach Flanke von Ludwig einen Kopfball am Tor vorbei setzte. Dann riegelten die Rostocker entgültig ab und erklärten den eigenen Strafraum für den RWE endgültig zur Sperrzone. Wie ein Staubsauger sog die glänzend agierende Hansa Mittelfeldachse vor der kompromisslosen Abwehr schon vieles weg. Kammlott und Bieber waren kaltgestellt, das Erfurter Mittelfeld wirkte ideenlos. Allmählich mehrten sich auch zahlreiche Abspielfehler bei den Thüringern, mit denen sie phasenweise aufkeimenden eigenen Spielfluss selbst unterbanden. Rostock spielte es geschickter, hatte durch Hüning, Wannenwetsch und den eingewechselten Benyamina noch drei blitzsaubere Möglichkeiten das Ergebnis höher ausfallen zu lassen. In den Schlussminuten bäumte sich RWE jedoch noch mal auf. Klewin kam sogar mit vor und wurde hinten fast von einem Konter überrascht. Zuvor hatte Dabanli den einzigen Torschuss des Spiels für Erfurt abgefeuert. Der hatte es aber in sich und wurde von dem ansonsten nahezu beschäftigungslosen Hansa Keeper Blaswich aus dem Winkel gefischt.

Nach 90 Minuten hatte Rostock verdient gewonnen und Erfurt einstweilen die rote Laterne der Liga in der Hand.

Bis zum Gegentreffer war ich mit der Leistung meiner Mannschaft ganz zufrieden. Wir hatten eine stabile Grundordnung. In der zweiten Halbzeit haben wir es allerdings nicht geschafft, eine richtige Druckphase aufzubauen bzw. ein ordentliches Aufbauspiel abzuliefern. Dennoch haben wir gefightet und sind gerannt, die Grundeinstellung stimmte. Torchancen haben wir uns zu wenige erarbeitet, weshalb Hansa verdient gewonnen hat"

Stefan Krämer

Am Freitagabend kommt es zum ersten Kellerduell der Saison. Dann treffen mit Zwickau und Erfurt zwei Mannschaften aufeinander, die bisher erst einen Punkt einfahren konnten.

Statistik

Tor: 0:1 Hüsing (27.)

Rot-Weiß Erfurt

Klewin - Odak, Neuhold, Möckel, Brückner - Dabanli, Biankadi (78. Kurz) - Ludwig (70. Huth), Benamar (63. Razeek) - Bieber, Kammlott

FC Hansa Rostock

Blaswich - Nadeau, Hüsing, Riedel, Holthaus - Wannenwetsch, Henning - Bischoff (80. Fehr) - Owusu (71. Benyamina), Ziemer (89. Väyrynen), Bouziane

Zuschauer 7.269

01.08.2017 \ Profis