Eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber dem Haching-Spiel unter der Woche reichte heute im Wildpark dem RWE leider nicht. Der Karlsruher SC behielt vor knapp 10.000 Zuschauern mit einem 2-0 Sieg die Punkte daheim. Die Erfurter Leistung der zweiten Halbzeit macht jedoch Mut für die kommenden Spiele.

Die Rot-Weißen traten auf vier Positionen neu besetzt an. Möckel (erstmals wieder nach seiner Sperre), Neuhold, Bieber und Benamar waren von Beginn an dabei. KSC-Trainer Alois Schwartz schenkte dagegen derselben Mannschaft, die am Dienstag gegen Großaspach verloren hatte, sein Vertrauen. Dieses Vertrauen wollten ihm seine Jungs ganz offensichtlich zurückgeben, denn der KSC wirbelte eine gute halbe Stunde so gekonnt und zielstrebig über den Platz, dass den Rot-Weißen zuweilen schwindelig wurde. Vor allem über die linke Angriffsseite hatten die Karlsruher einige auffällige Szenen im Angebot. Hier wurde auch das Führungstor in der 17. Minute eingeleitet. Föhrenbach flankte nach innen, wo Laurito beim Versuch den Ball zu klären ein ganz unglückliches Eigentor zum 1-0 für die Hausherren unterlief. Unglücklich lief jedoch auch manch andere Aktion beim RWE in der Anfangsphase. Schon nach drei Minuten brachte ein krasses Missverständnis zwischen Klewin und Dabanli den Karlsruher Neuzugang Fink in Schussposition, doch ließ er die dicke Chance liegen. Unglücklich war auch, wie sich das Erfurter Mittelfeld immer wieder von den flinken und ballsicheren Badenern den Ball abjagen und damit den Schneid abkaufen ließ. So kam Rot-Weiß lange nicht vor das gegnerische Tor und die Begegnung lief nur in eine Richtung. Erst in der letzten Viertelstunde vor dem Pausenpfiff fingen sich die Blumenstädter und fanden Bindung zum Spiel. Doch Torchancen sah man keine.

Das änderte sich im zweiten Abschnitt. Von Beginn an waren die Thüringer da und setzten nun selbst Akzente. Der schon im ersten Abschnitt sehr quirlige Razeek suchte aber fand nach wenigen Minuten leider nicht den Kopf von Bieber. Neuhold, Menz und Dabanli versuchten es mit Schüssen aus der 2. Reihe, die allesamt gefährlich knapp vorbeigingen. Die größte Chance hatte bis zur 65. Minute aber Kapitän Möckel, der einen Kopfball an die Latte des Karlsruher Tores setzte. Vom KSC war nicht mehr viel zu sehen. Die Kerze der ersten Halbzeit schien heruntergebrannt zu sein. In der 71. Minute setzte RWE-Cheftrainer Krämer noch mehr auf Offensive und brachte Huth für Brückner. Nur drei Minuten nach seiner Einwechslung hatte dieser eine riesige Kofballchance, setzte den Ball aber rechts am Karlsruher Gehäuse vorbei. Doch spielte inzwischen nur noch Rot-Weiß, war klar die bessere Mannschaft im zweiten Durchgang. Doch gegen die aufgerückten Gäste boten sich in der Schlussphase hier und da doch auch Räume für Konter der müde gewordenen Gastgeber. Zwei davon hätten zwingend zur Entscheidung führen müssen, doch Stroh-Engel und Lorenz vergaben recht kläglich, weil freistehend vor Klewin (85./89.). Erst der dritte Versuch klappte. Schleusener entwischte Laurito in der Nachspielzeit und hatte die Nerven den Ball gelassen an Klewin vorbei zum 2-0 einzuschieben (90+5).

Aufgrund der zweiten Halbzeit wäre ein Punkt verdient gewesen. Aber wir müssen die Dinger reinmachen. Chancen waren genug da.“

Stefan Krämer


Der Sieg des KSC war aufgrund der guten ersten Halbzeit nicht unverdient, auch weil ein angebliches Abseitstor den Gastgebern, dass jedoch regulär war, noch abgepfiffen worden war. Doch hätten sich die Badener nach dem Verlauf des 2. Durchgangs auch nicht über ein Unentschieden beklagen können.

Kommende Woche hat der FC Rot-Weiß, der nach diesem Spieltag erstmals Schlusslicht der Tabelle ist, die nächste knifflige Aufgabe zu lösen. Dann gastiert der SVW Wiesbaden im Steigerwald.

Statistik:

Tore: 1-0 Eigentor Laurito (17.) 2-0 Schleusener (90+5)

Karlsruher SC: Uphoff - Bader, Gordon, Pisot, Föhrenbach - Mehlem (65. Siebeck), Wanitzek (90.+2 Leo) - Muslija, Lorenz - Fink (77. Schleusener), Stroh-Engel

Rot-Weiß Erfurt: Klewin - Menz, Laurito, Möckel, Brückner (71. Huth) - Dabanli, Neuhold (84. Lauberbach) - Razeek, Biankadi, Benamar - Bieber

Zuschauer : 9.709

24.09.2017 \ Profis