Jannick Theißen hielt den FC RWE mit einer überragenden Vorstellung immer wieder im Spiel, Francis Adomah sorgte mit einem Sonntagsschuss für das 1:1. Der Auftritt der Rot-Weißen in Babelsberg erinnerte phasenweise an eine Fortsetzung der Partie der Vorwoche gegen Chemie Leipzig.

Spielbestimmend, deutlich mehr Ballbesitz, aber nach vorne nicht zwingend genug. „Das ganze Spiel betrachtet waren wir in der ersten Halbzeit klar die bessere Mannschaft. Dann brauchst du Cleverness, Zielstrebigkeit. Und dann einfach mal schießen, schießen, schießen. Es ist ein großes Rätsel, warum der eine oder andere nicht zielstrebig aufs Tor schießt“, unterstrich Cheftrainer Thomas Brdaric sein Unverständnis zu der mangelnden Abschlussbereitschaft nach dem Match im Karli.

Denn dass gerade gegen eine tief stehende und aufmerksame Abwehr ein Versuch aus der Distanz ein probates Mittel sein kann, bewies Francis Adomah mit seinem Treffer zum Ausgleich. Letzten Endes war es der Erfurter Defensive zu verdanken, dass nach den 90 Minuten wenigstens ein Zähler zu Buche stand. Immerhin war es neben dem Torschützen Keeper Jannick Theißen, der an diesem Nachmittag eine wahre Nummer 1-Vorstellung ablieferte und seinem Team überhaupt die Möglichkeit zum Ausgleich und Punktgewinn offen hielt.

Im Laufe der Partie entwickelte sich vor 2210 Zuschauern ein echtes Duell zwischen Jannick Theißen und 03-Offensivkraft Tom Nattermann, das der Gästekeeper immer wieder für sich entscheiden konnte - bis auf eine Situation. Jene in Minute 19, als die Hausherren einen langen Ball spielten, dessen Ableger von der Strafraumgrenze Nattermann aufnahm und von halblinks ins lange Eck zum 1:0 einnetzte. Bis dahin hatten die Rot-Weißen das Geschehen bestimmt, rannten sich aber immer wieder an der Babelsberger Abwehr fest. Zwar erhöhte RWE nach dem Rückstand die Schlagzahl, fand aber keine Mittel, den Defensivriegel der 03er zu knacken. So ging es mit dem 1:0 für den SV in die Pause.

Mit viel Schwung starteten die Gäste auch in Hälfte 2. Doch wieder waren die Brdaric-Schützlinge spätestens am SV-Strafraum mit ihrem Latein am Ende. Lediglich ein Versuch von Rico Gladrow aus der Distanz konnte als aktive Offensivaktion verzeichnet werden. Dafür ging es auf der anderen Seite hoch her im bereits erwähnten Duell. Als Schiri Martin Bärmann nach gut einer Stunde wegen Handspiels auf den Punkt zeigte, hielt Theißen nicht nur den Strafstoß von Nattermann, sondern auch seine Farben im Spiel. Während sich die Gäste weiterhin vergeblich um eine Großchance bemühten, vergab Babelsbergs Nummer 11 mehrfach die Vorentscheidung. Erst scheiterte Nattermann in Minute 71 freistehend, nach schönem Zuspiel von Rangelov, im 1:1 gegen Theißen, eine Direktabnahme lenkte Erfurts Schlussmann wenig später reaktionsschnell über den Querbalken. Bei Versuch 3 stand der Pfosten der rot-weißen Nummer 12 zur Seite. Im Gegenzug nahm sich Francis Adomah ein Herz und hämmerte die Kugel aus knapp 30 m zum Ausgleich unter die Latte.

In den verbleibenden 10 Minuten drängten beide Teams auf den Siegtreffer. Kevin Pino Tellez und Pierre Becken vergaben zwar auf Seiten der Rot-Weißen, hatten aber mit Jannick Theißen den Mann des Tages in ihren Reihen. Kurz vor Schluss blieb er bei einem Fernschuss Sieger. Bereits in der Nachspielzeit legte Theißen bei einem Kopfball von Reimann aus Nahdistanz eine tolle Parade hin und sicherte damit das Unentschieden. Die durchaus berechtigte Freude über den Punkt trübte allerdings die rote Karte, die Kevin Pino Tellez für ein Foul in den letzten Spielzügen sah.

06.10.2019 \ Profis