War das wichtig ! Im 101. Derby nach dem Krieg hat der RWE endlich den ersten Saisonsieg eingefahren. Vor knapp 12.000 Zuschauern im ausverkauften Steigerwaldstadion sorgte Christopher Bieber mit einem großartigen Kopfballtor in der 68. Minute für den entscheidenden Treffer.

Dabei war die Begegnung beileibe nicht immer schön anzusehen. Vor allem im ersten Durchgang spielten die Nerven den Akteuren auf beiden Seiten einen gehörigen Streich. Die Fehlpassquote war hüben wie drüben enorm hoch. So konnte kaum Spielfluss aufkommen. Etwas aktiver und über weite Strecken optisch überlegen, waren die Gäste aus den Kernbergen. Doch vermochten sie sich im Angriff gegen eine sehr gut organisierte Erfurter Hintermannschaft praktisch nicht zu behaupten. So hatte Erfurt die besseren Möglichkeiten. Etwa durch Merveille Biankadi, dessen Schuss aus allerdings arg spitzem Winkel so scharf auf das Tor kam, dass Gästetorwart Koczor ihn nicht festhalten konnte. Oder als nach einer Ecke von Christoph Menz der aufgerückte Innenverteidiger Andre Laurito per Kopfball das Ziel nur knapp verfehlte. Trotzdem war es spannend und die Zuschauer wurden gut unterhalten.

Auch in der Halbzeitpause übrigens. Denn da kam es zur Auslosung des Achtelfinales im Thüringenpokal. Und als wenn eine höhere Macht Regie führen würde, zog Glücksfee Gunda Niemann-Stirnemann als letzte Paarung genau das Spiel, das als Punktspiel gerade in der Halbzeit war. So kommt es in einem Monat also in Jena zu der Begegnung CZ Jena gegen RW Erfurt.

Beide Mannschaften waren im ersten Durchgang sehr unruhig, sehr hektisch“.

RWE-Trainer Stefan Krämer zur Pause

Als beide Teams auf den Rasen zurückkehrten, fehlte Berkay Dabanly bei RWE. Trainer Krämer ersetzte ihn durch einen weiteren Angreifer. Elias Huth nun also an der Seite von Carsten Kammlott, des bis dato einzigen Stürmers bei den Rot-Weißen, der zwar heute wieder viel unterwegs war, seine Torflaute aber leider auch im Derby nicht beenden sollte.

Doch zunächst spielte sich das Geschehen ohnehin wieder in der Erfurter Hälfte ab. Und in der 50. M inute hielten alle Rot-Weißen im Stadion den Atem an. Ein Patzer von Philipp Klewin brachte Zeiss-Stürmer Thiele in Schussposition, der aber zu Brügmann verlängerte, doch dessen Abschluss war für die Qualität der Chance zu schwach. Nach genau einer Stunde setzte Stefan Krämer dann alles auf Sieg, brachte für Samir Benamar mit Christopher Bieber den dritten Stürmer. Das sollte sich auszahlen, denn der Schlacks wurde acht Minuten später zum Helden des Spiels. Nach einer Ecke von Kapitän Christoph Menz nickte Bieber den Ball unbedrängt und nahezu mustergültig zum 1-0 in die Maschen. Abgezeichnet hatte sich das Tor nach dem Spielverlauf bis dato nicht unbedingt, zog aber naturgemäß unbeschreiblichen Jubel unter den Erfurter Zuschauern nach sich. Erstaunlich ist, am Rande bemerkt, dass alle vier bisherigen Treffer der Erfurter nach Ecken gefallen sind.

Die verbleibende Spielzeit sollte aber noch nervenaufreibend werden. Denn nun knallte Jena alles raus was noch drin war. Dabei traf schließlich Günther-Schmidt noch zweimal Aluminium. Zuerst den Pfosten und dann die Latte. Der Sieg hing also am seidenen Faden. Doch Erfurt hielt das Resultat bis zum Schluss und ist jetzt auch ausweislich der aktuellen Tabelle nach dem 7. Spieltag wieder „offiziell“ Thüringens Nr.1, überflügelt im Klassement den Aufsteiger.

Fußballerisch war das in den letzten Wochen unser schlechtestes Spiel, aber wir haben gewonnen. Das ist das Wichtigste im Augenblick.

Stefan Krämer

Im Endeffekt sind es nur drei Punkte, aber es stärkt unser Selbstbewusstsein.

Torschütze Christopher Bieber


Kommende Woche ist der „Dino“, der die "Rote Laterne" damit an den alten Rivalen abgegeben und die Abstiegsränge verlassen hat, dann in Osnabrück zu Gast. Drücken wir die Daumen, dass der dieser Ausflug mit wenigstens einem Zähler belohnt wird.Doch für den Augenblick gilt nur: Genießen wir den 1. Saisonsieg !


Statistik:

Treffer des Tages : 1:0 Bieber (69.)

RW Erfurt: Klewin - Odak, Laurito, Menz, Brückner - Dabanli (46. Huth),
Ludwig (75. Neuhold) - Razeek, Biankadi, Benamar (62. Bieber) -
Kammlott

Carl Zeiss Jena: Koczor - Kühne (52. Starke), Slamar, Gerlach, Cros - Löhmannsröben -
Brügmann, Eckardt, Sucsuz (46. Bock) - Günther-Schmidt, Thiele (75. Dietz)

Zuschauer 12.499

09.09.2017 \ Profis