Nimmt man die nackten Zahlen zur Hand, so könnten die Vorzeichen vor dem Freitagabendspiel unterschiedlicher nicht sein.

Dann nämlich messen sich, um 19 Uhr im Südstadion der Rheinmetropole, der derzeitige Tabellendritte – Fortuna Köln, mit dem aktuellen Letzten der Liga – dem RWE. Dass es sich hierbei lediglich um eine Momentaufnahme für das Team von David Bergner handeln soll, verdeutlicht auch die Aussage von Mannschaftskapitän Jens Möckel: „Klar ist es nicht zufriedenstellend, wenn man im Augenblick auf die Tabelle schaut. Aber wir sind auch nicht hoffnungslos abgeschlagen und müssen uns nicht kleiner machen, als wir sind. Mit einem Sieg ist der Anschluss ans Mittelfeld wiederhergestellt.“

Die zuletzt gezeigten Leistungen stimmen auch den Erfurter Trainer optimistisch. „Wie sich die Jungs in jedem Training reinhauen und mit welchem Elan sie bei der Sache sind, macht Mut für die kommenden Aufgaben.“ Vor allem die über weite Strecken ansprechende Leistung im Pokalspiel bei Carl Zeiss Jena gibt Hoffnung für eine sportliche Trendwende. „Im Derby habe ich bei meiner Mannschaft viele gute Ansätze gesehen. Die Leidenschaft und den Willen, den die Mannschaft an den Tag legt, gilt es beizubehalten und auch in Köln auf den Platz zu bringen“, so der Neu-Trainer, der in Köln seine Ligapremiere als Chefcoach des RWE feiert. Mit dabei sein wird auch RWE-Schlussmann Philipp Klewin. Trotz eines erlittenen Nasenbeinbruchs am Sonntag im Pokal-Derby bei Jena, tritt der 24-Jährige die Fahrt nach Köln an. „Er konnte am Mittwoch bereits wieder leicht trainieren und zeigt einen unbändigen Willen zu spielen. Ob es dann für Freitag reicht, wird man sehen müssen“, äußert Bergner.

Die Rheinländer haben in ihren bisher elf absolvierten Spielen lediglich eine Niederlage hinnehmen müssen, diese jedoch im letzten Heimspiel, gegen die Sportfreunde aus Lotte (0:3).Ansonsten stehen sieben Siege und drei Unentschieden für das Team von Gästecoach Uwe Koschinat zu Buche. Aus dem Grund warnt RWE-Trainer Bergner: „Es erwartet uns ein sehr homogener und eingespielter Gegner.“ Insbesondere die Offensive der Fortuna wusste bisher zu gefallen. Mit 21 Treffern erzielten sie die zweitmeisten in der Liga. Einzig Paderborn zeigte sich bislang noch torhungriger. Genau an der Stelle krankt es derzeit ein wenig bei den Rot-Weißen.

„Es täte uns sicherlich ganz gut, wenn wir selbst mal wieder mit 1:0 in Führung gehen würden und so die nötige Sicherheit ins Spiel bekommen“, so der Fußballlehrer. Dass die Mannschaft dazu in der Lage ist und ein solches Ergebnis auch über die Zeit bringen kann, hat sie bereits gegen Osnabrück und Jena bewiesen. „Wir sind jetzt einfach mal wieder an der Reihe“, empfindet Coach David Bergner daher.

Unterdessen nutzte Fortuna Köln das punktspielfreie Wochenende zu einem Test gegen Bundesligist Bayer 04 Leverkusen. Dieser ging jedoch gegen den ohne Nationalspieler angetretenen Werksclub mit 0:4 verloren. ." Am vergangenen 11. Spieltag gewann Fortuna Köln indes bei der SG Sonnenhof Großaspach mit 3:1. Bezogen auf den Liga-Alltag fordert Fortuna-Trainer Koschinat: "Nach nur einem Punkt aus den letzten zwei Heimspielen haben wir etwas gutzumachen.“

Die letzte Begegnung beider Teams fand Ende Februar dieses Jahres statt. Seinerzeit gewann Erfurt in Köln mit 0:1. Ein gutes Omen und ein Resultat, mit dem sicher auch David Bergner bei seiner Ligapremiere gut leben könnte.

12.10.2017 \ Profis