Am Ende stand es 0:1 gegen den FC Rot-Weiß Erfurt in einem Spiel, das gerechterweise auch hätte unentschieden ausgehen können. Die 1641 Zuschauer im FRIMO-Stadion zu Lotte erlebten bei schönem Frühlingswetter eine eher mittelmäßige Partie zwischen beiden

Rot-Weiß-Trainer Stefan Emmerling machte seine Ansage nach der letzten Niederlage gegen den Chemnitzer FC wahr. Er stellte die Mannschaft beim Auswärtsspiel in Lotte auf einigen Positionen um. Das war nicht nur der Flut an personellen Ausfällen bei RWE geschuldet, sondern mit Blick auf eine mögliche Regionalligateilnahme in der kommenden Saison der Fingerzeig an die Nachwuchsspieler des Vereines, das sich sportliches Anbieten beim Cheftrainer lohnt.

Unter den ersten Elf absolvierten so Ben Luca Moritz im defensiven Mittelfeld sowie Hans Oeftger auf den Außenbahnen ihr Profidebüt bei Rot-Weiß und kamen zu ihrem ersten Drittligaeinsatz. Dazu saßen mit Til Linus Schwarz und Marc Fleischhauer zwei weitere A-Junioren auf der Bank.

In die Anfangsformation kehrten auch Philipp Klewin, Wilfried Sarr, Charalampos Chantzopoulos, Kusi Kwame, Wasem Razeek sowie Marcel Kaffenberger zurück, die zuletzt gegen den Chemnitzer FC entweder fehlten oder ohne Einsatz im Kader waren.

Auf dem sehr holprigen und teilweise löchrigen Platz des FRIMO-Stadions in Lotte übernahm zuerst Rot-Weiß Erfurt die Initiative. RWE hielt Lotte in der Anfangsviertelstunde komplett vom eigenen Strafraum weg und versuchte sich immer wieder mit eigenen Offensivaktionen. Wasem Razeek und Hans Oeftger wechselten dabei häufig auch einmal die Seiten auf den Außenbahnen. Merveille Biankadi gelang der erste und gleich richtig gefährliche Abschluß. An der Strafraumlinie gewann er einen – wie noch des Öfteren in diesem Spiel – zweiten Ball, nahm eine Kopfballabwehr der Lotter direkt. Sein Aufsetzerschuß ging an den Pfosten(3.). Kurz darauf spielte die Abwehr der SF Lotte ungenau auf ihren Torwart zurück. David Buchholz konnte vor dem Strafraum gerade noch mit dem Fuß gegen den hinterher sprintenden Wasem Razeek retten.

Nach etwa 15 Minuten fand dann auch Lotte so langsam in das Spiel hinein und kam erstmals zu Abschlüssen ihrer Offensivaktionen. Zuerst war es Alexander Langlitz mit einem noch harmlosen Distanzschuss (15.). In der 18.Minute nahm Maximilian Oesterhelweg einen abgewehrten Ball an der Strafraumlinie direkt und traf ebenfalls nur den Pfosten des RWE-Tores. Einen Freistoß für Rot-Weiß von Marcel Kaffenberger setzte dann Elias Huth per Kopf etwas neben das Tor (20.). Erneut Merveille Biankadi mit einem Distanzschuß (27.) sowie Elias Huth aus gut 35 Metern (29.) hatten dann Abschlüsse, die jedoch keine Gefahr für das Tor der Gastgeber brachten. Auf Seiten der Gastgeber fielen dann noch Mats Facklam (32.) sowie erneut Maximilian Oesterhelweg (40.) mit Torschüssen auf, die Philipp Klewin ruhig und souverän hielt. Viel mehr passierte nicht in der ersten Halbzeit. Das Spiel fand meist zwischen den Strafräumen statt und war geprägt von teilweise zu ungenauen oder überhasteten Angriffen seitens Rot-Weiß Erfurt. Dagegen suchten die Gastgeber ihr Heil oft mit hohen und langen Bällen in die Spitze, wurden dabei meist von der RWE-Abwehr gestellt oder die Lotter Spieler liefen ins Abseits.

Mit einem leistungsgerechten 0:0 ging es in die Kabinen zur Halbzeit.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit übernahm Rot-Weiß erst einmal wieder die Initiative im Spiel, konnte sich jedoch nicht mehr gegen die Abwehr der Sportfreunde Lotte wirklich durchsetzen, die jetzt aufmerksamer auftrat und kaum Abschlußsituationen zuließen. Lediglich Merveille Biankadi gelang in der 52.Minute erneut der Gewinn des zweiten Balles mit dem sofortigen Abschluß von der Strafraumlinie, nachdem Lottes Torwart David Buchholz unter Bedrängnis genau vor die Füße von Merveille Biankadi faustete. Den Torerfolg für Rot-Weiß verhinderte Lottes Innenverteidiger Maximilian Rossmann, der kurz vor der Linie das fast sichere Tor für RWE mit der Hüfte verhinderte.

Kurz vorher musste Andre Laurito humpelnd ausgewechselt werden, mit Tobias Kraulich als zweiter Innenverteidiger stand dann der nächste Youngster bei RWE auf dem Platz.

In der 58.Minute dann zur Abwechslung ein Freistoß für die Sportfreunde Lotte. Den übernahm der inzwischen eingewechselte Spezialist Andre Dej, dessen Schuß um die Mauer herum von Philipp Klewin gehalten wurde.

Zwei Zeigerumdrehungen später erneut Freistoß für die Sportfreunde Lotte durch Andre Dej von der linken Seite, den er direkt um die Mauer zirkeln will und dabei Wasem Razeek trifft. Nach kurzem Zögern und Blick zu seinem Assistenten pfeift Schiedsrichter Tim Skorczyk einen Strafstoß für die Gastgeber und verwarnt Wasem Razeek, der im Strafraum den Arm kurz ausfährt und damit den Ball berührt. Den Strafstoß schießt Andre Dej dann scharf fast mittig, der in die Ecke fliegende Philipp Klewin kommt noch mit einem Fuß an den Ball und verändert damit die Richtung des Balles in das Tor – 1:0 für die Gastgeber und viel Pech für Kapitän Philipp Klewin, der noch dran war.

Das das Tor auf diese Art fällt, entspricht in etwa dem Spielverlauf der Partie. Aus dem Spiel heraus bringen beide Mannschaften fast keine gefährlichen Abschlüsse zustande. Noch einmal zwei Minuten später dann fast das 2.0 für die Sportfreunde Lotte. Ein Ballverlust von Kusi Kwame auf der linken Abwehrseite beschert den Gastgebern eine ungenaue Flanke, die Tobias Kraulich mit dem Kopf klären will. Den im Strafraum hochfliegenden Ball erwischt dann Maximilian Oesterhelweg von halblinks mit einem perfekten Fallrückzieher, der an den Pfosten knallt.

Rot-Weiß gelingt es nach dieser kurzen Druckphase der Gastgeber, die Sportfreunde Lotte wieder vom eigenen Tor fernzuhalten. In der Schlußviertelstunden versucht Rot-Weiß seinerseits noch einmal viel, um wenigstens den Ausgleich zu erreichen. Zu mehr als einem straffen Schuß von Merveille Biankadi in der 90.Minute, den Torwart David Buchholz mit den Fäusten abwehrt, reicht es jedoch nicht, auch wenn das Eckenverhältnis 8:3 für Rot-Weiß lautet bei Apfiff der Partie.

Am Ende haben die SF Lotte 3 Punkte auf dem Habenkonto und den Klassenerhalt sicher. Rot-Weiß Erfurt präsentierte sich trotz der vielen Umstellungen deutlich besser als in den letzten beiden Spielen. Trotzdem gelingt es RWE nicht, im achten Sonntagsspiel der Saison einen Sieg zu landen oder wenigstens einen Punkt mitzunehmen. Die beiden A-Junioren Ben Luca Moritz und Hans Oeftger bieten einen ordentlichen Einstand an und dürften Trainer Stefan Emmerling sicher überzeugt haben, auch demnächst wieder dabei sein zu dürfen.

Für Rot-Weiß Erfurt geht die Endphase der Liga mit zunächst 2 Heimspielen weiter. Am nächsten Samstag gastiert die SG Sonnenhof Großaspach in Erfurt, am darauffolgenden Sonntag empfangen wir den SV Werder Bremen II im heimischen Steigerwaldstadion.

RO

16.04.2018 \ Profis