Der FC Rot-Weiß Erfurt hat ein zwischenzeitlich beinahe schon gewonnenes Auswärtsspiel bei der SGS Großaspach noch aus der Hand gegeben. Nun ist klar: Die Ende Januar beginnende Rückrunde wird, wie schon in der letzten Saison, Abstiegskampf pur.

Trainer Stefan Krämer änderte seine Startelf nur auf einer Position. Aydin kam für Benamar in die Mannschaft. Und die zeigte vom Anpfiff weg, dass sie heute unbedingt was mitnehmen wollte. Früh wurde der Gegner gestellt, was den eingangs etwas behäbig wirkenden Hausherren sichtlich nicht behagte. Alle Rot-Weißen waren ständig in Bewegung, attackierten früh, die Abstände stimmten, der Weg nach vorne wurde konsequent gesucht. Jeder Spieler wirkte hoch konzentriert. Nach einer überlegen geführten Viertelstunde kam Vocaj im Duell mit Röser im Strafraum der Schwaben zu Fall und der Schiedsrichter zeigte auf den Elfmeterpunkt. Es gab wütende Proteste der Gastgeber, die offenbar den Schiedsrichter in seiner Entscheidung ins Wanken zu bringen schienen, denn er holte sich nach kurzer Rücksprache mit seinem Assistenten Vocaj heran und ermahnte ihn. Doch dann gab er den Elfmeter doch. Die TV-Bilder legten später jedoch nahe, dass Röser mit einiger Sicherheit doch erst den Ball gespielt und dann erst der Kontakt mit Vocaj zustande gekommen war. Carsten Kammlott war das alles völlig egal, denn er verwandelte sicher zum 0-1 (17.). Nun wachten auch die Gastgeber auf und taten mehr für die Offensive. Doch Erfurts Hintermannschaft geriet bei den eher konzeptlos vorgetragenen Angriffen nicht in Verlegenheit und ließ bis auf einen Fernschuss von Maria, den Klewin sicher parierte, nichts zu. Als bei Teams sich gedanklich schon Richtung Pause orientierten, pfiff der Schiedsrichter den nächsten Elfmeter für Erfurt. Diesmal hatte Lorch Bieber im Aspacher Strafraum zu Fall gebracht. Und diesmal schien der Strafstoß auch vertretbar. In der ersten Minute der Nachspielzeit trat erneut Kammlott an, bereit mit seinem 9. Saisontor das 0-2 zu markieren und die Weichen schon frühzeitig auf 3 Punkte zu stellen. Doch diesmal vergab der Torjäger beinahe schon kläglich. Den zu schwach und unplatziert geschossenen Ball griff sich Aspachs Keeper problemlos.

Die vergebene Riesenchance sollte sich nach der Pause rächen. Denn nun kam der Gastgeber mit einer ganz anderen Einstellung auf das Feld zurück. Von Beginn an übernahmen sie das Kommando und drängten den RWE hinten rein. Erb und Odak mussten schon in den ersten Minuten brenzlige Situationen klären. Und die Süddeutschen verschärften das Tempo weiter und mischten den RWE gehörig auf. In der 64. Minute - nahezu absehbar - dann der Ausgleich. SGS-Verteidiger Gehring kam bei einem Freistoß für sein Team mit nach vorne, löste sich beim Einlaufen in den Flankenball von der linken Seite im rechten Moment von Bieber und drin war das Ding. Die heute ganz in blauen Trikots aufgelaufenen Rot-Weißen kamen jetzt kaum noch zum Luftholen. Nur einmal setzten sie noch einen ansehnlichen Konter, bei dem Kammlott aber mit einem Schuss aus zu spitzem Winkel nur das Außennetz traf. Mehr Glück hatten auf der anderen Seite bald darauf die Schwaben. Gehring traf aus halblinker Position aus 20 Metern mit einem Schlenzer ins lange Eck zum 2-1, sein zweiter Treffer an diesem Abend. Ein Tor wie Aydin es noch in der Vorwoche für Erfurt gegen Rostock erzielt hatte. Doch ausgerechnet Aydin war es heute, der den Torschützen diesmal nicht energisch genug störte. Mit diesem Treffer in der 75. Minute hatten die Hausherren das Spiel gedreht und gewannen es auch mit diesem Resultat letztlich aufgrund der starken 2. Halbzeit verdient.

Wir schlagen uns Woche für Woche selber
Trainer Stefan Krämer


Wenn der zweite Elfer rein geht, ist das Ding durch. Es ist zum kotzen
Jannis Nikolaou


Diesmal bin ich der Depp
Carsten Kammlott


Nach der Winterpause startet Erfurt erneut mit einem Auswärtsspiel. Dann geht es zum Halleschen FC.
16.12.2016 \ Profis