Rot-Weiß Erfurt ist am Abend in Münster untergegangen. Bei nasskaltem Wetter und einem böigen Wind traf unsere Mannschaft auf einen starken und kaltschnäuzigen Gegner, dem man im Ergebnis im Angriff und auch in der Abwehr nicht viel entgegen zu setzen hatte. Neben der herben Klatsche hagelte es für die Erfurter auch noch sieben gelbe Karten, wobei die für Vocaj zu dessen Sperre am nächsten Spieltag gegen Chemnitz führt.

Bei Rot-Weiß fehlten bereits heute mit Menz und Nikolaou zwei ganz wichtige Akteure. Beide brummten ihre 5. gelbe Karte ab. Trainer Krämer entschied sich das Loch in der Innenverteidigung mit Brückner zu schließen, der neben Kapitän Erb begann. Als Spitze kam diesmal Bieber zum Zuge, Kammlott agierte etwas zurückgezogen.

Die erste Viertelstunde sah noch recht verheißungsvoll aus. Erfurt lief den Gegner früh an und ließ den Preußen anfänglich keine Möglichkeit zur Entfaltung. Auch das Aufbauspiel sah in den Anfangsminuten noch gefällig aus. Doch der finale Pass, der einen Spieler in Abschlussposition hätte bringen können, blieb aus. Nach 12 Minuten tauchten die Preußen dann erstmals gefährlich vor dem Erfurter Tor auf. Rizzi zirkelte einen Freistoss gefährlich in den Strafraum, wo Erb den vorgepreschten Mai gerade eben noch vom Torschuss abhalten konnte. Doch das war der Dosenöffner für die Münsteraner. Plötzlich kamen sie in Schwung und nur drei Minuten nach der beschriebenen Aktion rollte ein blitzgescheiter Angriff auf das RWE-Tor, der mit der Führung für die Westfalen enden sollte. Warschewski, der für den gesperrten Wiebe ins Team der Adlerträger gerutscht war, spielte den Ball wunderschön in den Erfurter Strafraum zu Tekerci, der sofort auf Rizzi querlegte und der hatte aus Nahdistanz keine Probleme die Kugel in die Maschen zu schieben. Ab jetzt blühten die zuletzt so gebeutelten Preußen richtig auf und zogen ein ansehnliches Kombinationsspiel auf, das weiteren Erfolg zeitigen sollte. Nach einer halben Stunde leitete Torschütze Rizzi mit einem Freistoss von Rechtsaußen das 2-0 ein. Beim Versuch den Ball zu klären, legte sich RWE-Kapitän Erb höchst unglücklich den Ball per Kopf ins eigene Netz (30.). Erfurt jetzt schwer angefasst, reagierte nur noch und brachte nichts konstruktives mehr zustande. Kurz vor dem Seitenwechsel schepperte es noch mal. Der laufstarke Warschewski markierte nach einem langen Ball aus dem Halbfeld das 3-0. Die Erfurter Abwehr aus den Fugen (41.). Mit diesem deutlichen Zwischenstand ging es in die Kabinen.

Wenn man so verteidigt wie wir, dann braucht man keine Ausreden".

Sebastian Tyrala

Unsere Fehler wurden gnadenlos bestraf".

Okan Aydin

Erfurts Trainer brachte mit Wiederbeginn den jungen Struß, nahm Bergmann dafür aus der Partie und beorderte Brückner ins Mittelfeld. Brückner leitete mit einer Flanke in der 51.Minute die bis dato wohl beste Chance des Spiels für die Gäste ein, doch Bieber verpasste die Eingabe haarscharf mit dem Kopf. Die Körpersprache bei Rot-Weiß trotz des klaren Rückstands aber zunächst verbessert. Doch dann der nächste Nackenschlag. Der auf Münsteraner Seite eingewechselte Weißenfels geriet im Erfurter Strafraum ausgerechnet bei der Drittligapremiere von Struß aneinander und der Schiedsrichter erkannte auf Elfmeter. Der erfahrene Bischoff ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen und erhöhte nach einer Stunde auf 4-0 (60.). Nun war die Luft beim RWE endgültig raus. Die Spieler schleppten sich über den Platz, hoffend, dass es bald vorüber wäre. Doch Münster war noch hungrig. Rizzi, Bischoff und Stoll besaßen noch gute Möglichkeiten das Ergebnis noch höher zu schrauben, doch in allen Fällen verhinderte Klewin ein schlimmeres Desaster. So blieb es am Ende beim 4-0 für die Preußen.

Rot-Weiß steht nach diesem Spiel wieder im Feuer. Das Tabellenende rückt näher. Schon morgen dürfte der12. Tabellenplatz verloren sein. Und in einer Woche kommt der CFC. Da muss ganz vieles sehr viel besser laufen.

18.11.2016 \ Profis