Der FC Rot-Weiß Erfurt hat das Ostduell beim Chemnitzer FC eindrucksvoll für sich entschieden. Vor 6.342 Zuschauern im Stadion an der Gellertstraße setzte sich die Mannschaft von Trainer Fabian Gerber dank einer überragenden ersten Halbzeit mit 4:0 durch. Während die Rot-Weißen ihre Chancen konsequent nutzten, scheiterten die Gastgeber mehrfach an der Fahne des Assistenten – gleich drei Chemnitzer Treffer wurden wegen Abseits aberkannt.
Traumstart für Rot-Weiß
Erfurt erwischte einen optimalen Beginn und setzte die Gastgeber sofort unter Druck. Bereits in der 2. Minute zahlte sich der mutige Start aus: Eine Flanke aus dem Halbfeld wurde im Strafraum von Pablo Santana Soares und Romarjo Hajrulla verlängert und senkte sich über Chemnitz-Keeper Adamczyk hinweg ins lange Eck. Das frühe 1:0 für Rot-Weiß.
Die Gastgeber versuchten umgehend zu reagieren und kamen ebenfalls zu gefährlichen Situationen. In der 8. Minute zappelte der Ball erstmals im Erfurter Tor, nachdem Roman Eppendorfer eine Freistoßhereingabe verwertete. Der Treffer wurde jedoch wegen Abseits zurückgenommen.
Erfurt blieb in der Anfangsphase die aktivere Mannschaft und nutzte die defensiven Abstimmungsprobleme der Himmelblauen konsequent aus. In der 15. Minute führte ein weiterer Standard zum nächsten Treffer: Eine Flanke von Wolf aus dem Halbfeld verlängerte Ben-Luca Moritz per Kopf an der Strafraumkante, sodass Lucas Falcão frei vor Adamczyk auftauchte. Der Angreifer vollendete per Volley ins lange Eck zum 2:0.
Der Treffer fiel in eine Phase, in der Chemnitz gerade versuchte, mehr Kontrolle zu übernehmen. Kurz darauf kamen die Gastgeber erneut gefährlich vor das Erfurter Tor, doch Schwarz konnte Mergel kurz vor dem Abschluss noch entscheidend stören.
Chemnitz trifft – aber immer wieder aus Abseitsposition
Das Spiel blieb auch nach dem zweiten Treffer intensiv. Chemnitz kam zu mehreren Abschlüssen und brachte den Ball erneut im Tor unter, doch wieder entschied das Schiedsrichtergespann auf Abseits. Auch ein weiterer Treffer wurde wegen eines Offensivfouls im Strafraum zurückgenommen.
Auf Erfurter Seite blieb die Offensive ebenfalls gefährlich. Obed Ugondu traf im Verlauf der ersten Hälfte sogar zweimal ins Netz, stand dabei jedoch jeweils knapp im Abseits.
Claxton und Ugondu sorgen für klare Verhältnisse
In der 41. Minute fiel schließlich der nächste reguläre Treffer – erneut nach einer Standardsituation. Eine Ecke wurde am zweiten Pfosten verlängert, wo Nathan Justin Allen Claxton völlig frei zum Kopfball kam und aus kurzer Distanz zum 3:0 für Rot-Weiß einnickte.
Doch damit war die spektakuläre erste Hälfte noch nicht beendet. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit spielte Erfurt einen schnellen Angriff über mehrere Stationen. Obed Ugondu bekam im Strafraum zu viel Raum und schloss mit einem präzisen Schuss ins rechte Eck zum 4:0 ab.
Mit diesem deutlichen Vorsprung ging es nach einer torreichen und ereignisreichen ersten Hälfte in die Pause.
Zweite Halbzeit deutlich ruhiger
Nach dem Seitenwechsel begann die Partie erneut mit einer strittigen Szene. Bereits wenige Sekunden nach Wiederanpfiff landete der Ball wieder im Erfurter Tor, doch auch diesmal wurde der Treffer wegen Abseits aberkannt.
Im Anschluss verlor das Spiel deutlich an Tempo. Viele Zweikämpfe und kleinere Unterbrechungen prägten die zweite Halbzeit, sodass kaum Spielfluss aufkam. Häufig lag ein Spieler am Boden, wodurch das Spiel immer wieder unterbrochen wurde.
Erfurt kontrollierte die Begegnung nun weitgehend und ließ den Ball sicher durch die eigenen Reihen laufen, während Chemnitz kaum Mittel fand, um noch einmal gefährlich vor das Tor von Torhüter Otto zu kommen.
Kuriose Szene in der Schlussphase
Die größte Chance der zweiten Halbzeit ergab sich in der 84. Minute, kurioserweise durch einen Chemnitzer Verteidiger. Nach einer Eckenvariante köpfte Jonas Marx den Ball beinahe ins eigene Tor und prüfte damit seinen eigenen Keeper Adamczyk, der den Ball mit einer starken Reaktion noch über die Linie lenken konnte.
Souveräner Auswärtssieg
In der Schlussphase spielte Rot-Weiß den deutlichen Vorsprung souverän herunter. Die Chemnitzer konnten sich kaum noch gefährlich in Szene setzen, während Erfurt defensiv kompakt blieb und das Spiel kontrolliert verwaltete.
Am Ende stand ein hochverdienter 4:0-Auswärtssieg für den FC Rot-Weiß Erfurt.
„Das war ein Wahnsinnsspiel mit vielen Toren und ungewöhnlich vielen Abseitssituationen. So habe ich das auch noch nicht erlebt“, sagte RWE-Trainer Fabian Gerber nach der Partie. „Das frühe Tor hat uns als Gast natürlich geholfen. Am Ende sieht das Ergebnis deutlich aus, aber wir mussten höllisch aufpassen, Chemnitz nicht durch eigene Fehler wieder ins Spiel zu bringen.“
Grundlage für den Erfolg war vor allem eine effiziente und dominante erste Halbzeit, in der die Mannschaft die defensiven Schwächen des Chemnitzer FC konsequent ausnutzte und früh für klare Verhältnisse sorgte.
27. Minute
Nathan Justin Allen Claxton (19) kommt für Til Linus Schwarz (3)
3. Minute
Tor durch Romarjo Hajrulla (9)
45. Minute
Tor durch Obed Chidindu Ugondu (13)
46. Minute
Sejdo Durakov (54) kommt für Benny Boboy (27)
61. Minute
Raphael Assibey-Mensah (7) kommt für Lucas Bradley Falcao Cini ()
81. Minute
Nathan Fuakala (5) kommt für Maxime Aglago Awoudja (6) 



