Vor 7.821 Zuschauern im Steigerwaldstadion hat der FC Rot-Weiß Erfurt am Sonntagnachmittag große Moral bewiesen. Nach einem frühen Platzverweis spielten die Thüringer fast die gesamte Partie in Unterzahl, drehten dennoch zwischenzeitlich das Spiel und erkämpften sich am Ende ein 2:2 (1:1) gegen die BSG Chemie Leipzig.


Früher Platzverweis stellt Spiel auf den Kopf
Die Begegnung begann zunächst ruhig. Rot-Weiß ließ den Ball in den Anfangsminuten ordentlich durch die eigenen Reihen laufen und suchte über die Flügel den Weg nach vorne. Doch bereits früh nahm die Partie eine entscheidende Wendung: In der 6. Minute sah Laurenz Dehl nach einem gestreckten Bein gegen Mäder die Rote Karte – eine harte Entscheidung, die die Gastgeber vor eine enorme Herausforderung stellte.
Die Gäste aus Leipzig übernahmen in Überzahl zunächst die Spielkontrolle. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld musste Lorenz Otto bereits in der 8. Minute mit einer starken Parade gegen Bell eingreifen.
Rot-Weiß verteidigte jedoch leidenschaftlich und blieb auch offensiv gefährlich. In der 17. Minute bot sich die erste große Möglichkeit: Ugondu trieb den Ball durchs Mittelfeld und legte für Sejdo Durakov auf, dessen Abschluss jedoch über das Tor ging.
Auf der Gegenseite hatte Leipzig die große Chance zur Führung, als der frühere Erfurter Kay Seidemann nach einem langen Ball bereits an Otto vorbei war. Doch Til Linus Schwarz rettete mit einer spektakulären Grätsche kurz vor der Linie (13.).


Rückstand – und ein Traumtor kurz vor der Pause
In der Folge entwickelte sich eine offene Partie. Chemie versuchte die Überzahl auszuspielen, während Rot-Weiß mit großem Einsatz dagegenhielt.
Die Führung für die Gäste fiel schließlich in der 37. Minute. Nach einem Einwurf kam der Ball über Maxime Langnerin Richtung Strafraum. Stanley Ratifo verpasste die Hereingabe zwar, irritierte jedoch Keeper Otto entscheidend – der Ball rutschte ins Tor zum 0:1.
Rot-Weiß ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. Kurz vor der Pause schlugen die Hausherren zurück – und wie: Benjika Caciel fasste sich aus rund 18 Metern ein Herz und jagte den Ball sehenswert in den linken Winkel. Ein Traumtor zum 1:1 (45.+1) und gleichzeitig der verdiente Lohn für den kämpferischen Auftritt der Erfurter.


Caciel dreht die Partie
Auch nach dem Seitenwechsel zeigte Rot-Weiß trotz Unterzahl eine beeindruckende Moral. Die Mannschaft verteidigte kompakt, setzte immer wieder Nadelstiche und ließ Chemie kaum klare Möglichkeiten.
Dann folgte der nächste große Moment von Benjika Caciel: Nach einem Ballgewinn landete die Kugel am Strafraumrand beim Erfurter Mittelfeldspieler. Caciel zog erneut aus der Distanz ab, der Ball sprang vom Innenpfosten ins Netz – das 2:1 für Rot-Weiß (53.). Die Rot-Weißen hatten das Spiel in Unterzahl tatsächlich gedreht.


Freistoß bringt Leipzig zurück
Chemie Leipzig erhöhte anschließend den Druck, tat sich gegen die diszipliniert verteidigenden Erfurter jedoch lange schwer. Schließlich brachte eine Standardsituation den Ausgleich. In der 70. Minute entschied der Schiedsrichter auf Freistoß für die Gäste auf der linken Seite. Fynn Seidel trat an und zog den Ball direkt auf das Tor.D er Ball schlug im langen Eck zum 2:2 ein.


Leidenschaftliche Schlussphase
In der Schlussphase entwickelte sich eine intensive Partie. Leipzig versuchte den numerischen Vorteil auszunutzen, doch Rot-Weiß stemmte sich mit großer Leidenschaft gegen weitere Gegentreffer.
Die Defensive um Schwarz, Moritz und Co. verteidigte zahlreiche Hereingaben, während vorne immer wieder Entlastungsangriffe für Gefahr sorgten. So setzte Falcão nach starkem Ballgewinn Ugondu in Szene, dessen Abschluss jedoch von Bergmann pariert wurde (86.).
Auch Chemie hatte noch Möglichkeiten, unter anderem setzte Hoops einen Kopfball neben das Tor (90.). Doch trotz fünf Minuten Nachspielzeit blieb es beim 2:2.


Starke Moral vor großer Kulisse
Unter dem Strich erkämpfte sich der FC Rot-Weiß Erfurt nach fast 90 Minuten in Unterzahl einen Punkt. Die Mannschaft überzeugte mit Kampfgeist und zwei Traumtoren von Benjika Caciel.

08.03.2026 \ Profis