Der FC Rot-Weiß Erfurt verfolgt die aktuellen Beratungen über eine Reform der Regionalligen und der Aufstiegsregelung zur 3. Liga mit großer Aufmerksamkeit. Die nun unmittelbar vor der anstehenden Abstimmung bekannt gewordenen Änderungen am sogenannten Kompassmodell stoßen bei uns auf deutliche Kritik.

Als einer der Vereine, die die Initiative „Aufstiegsreform 2025“ von Beginn an mitgetragen und sich frühzeitig für eine gerechtere Aufstiegsregelung eingesetzt haben, sehen wir uns in der Verantwortung, auch zu den aktuellen Entwicklungen klar Stellung zu beziehen. Unser Engagement war und ist dabei von einer einfachen sportlichen Überzeugung getragen: Wer eine Saison als Meister beendet, muss eine verlässliche und direkte Aufstiegsperspektive erhalten.

Eine Reform der Regionalligen ist aus unserer Sicht dringend notwendig. Sie muss den sportlichen Wettbewerb fairer gestalten, den Meistern eine verlässliche Aufstiegsmöglichkeit eröffnen und den Vereinen tragfähige wirtschaftliche Rahmenbedingungen bieten. Dieses Ziel darf jedoch nicht durch ein Verfahren gefährdet werden, bei dem wesentliche Grundlagen kurz vor einer Entscheidung verändert werden.

Über Monate hinweg wurde mit vier Staffeln zu jeweils 20 Mannschaften ein konkretes Modell diskutiert. Auf dieser Grundlage haben sich die Vereine intensiv mit den sportlichen, organisatorischen und wirtschaftlichen Auswirkungen auseinandergesetzt und ihre Positionen entwickelt. Wenn zentrale Bestandteile dieses Modells nun wenige Tage vor der Abstimmung verändert werden, ist das aus unserer Sicht weder transparent noch verantwortungsvoll.

Die Vereine dürfen bei einer Entscheidung von dieser Tragweite nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Sie sind es, die die sportlichen und wirtschaftlichen Folgen einer Reform unmittelbar tragen müssen. Deshalb ist es nicht hinnehmbar, wenn ihnen für die Bewertung eines wesentlich veränderten Modells weder ausreichend Zeit noch eine vollständige und verlässliche Informationsgrundlage zur Verfügung stehen.

Die geplante Reduzierung von 20 auf 18 Vereine pro Staffel ist dabei keine bloße organisatorische Anpassung. Sie verändert die wirtschaftlichen und sportlichen Rahmenbedingungen erheblich. Zwei zusätzliche Heimspiele sind gerade in der Regionalliga ein wichtiger Faktor für Zuschauereinnahmen, Sponsoring, Vermarktung und den gesamten Spieltagsbetrieb. Wer auf diese Spiele verzichtet, greift unmittelbar in die wirtschaftliche Planung der Vereine ein.

Auch die vorgesehene Änderung des Abstimmungsverfahrens sehen wir äußerst kritisch. Regionale Interessen müssen gehört und angemessen berücksichtigt werden. Es kann jedoch nicht der richtige Weg sein, einzelnen Regionen faktisch ein Vetorecht einzuräumen, mit dem eine von der bundesweiten Mehrheit der betroffenen Vereine getragene Reform verhindert werden kann.

Geschäftsführer Franz Gerber erklärt dazu: „Der FC Rot-Weiß Erfurt ist seit dem Beginn der Initiative ‚Aufstiegsreform 2025‘ Teil dieser Bewegung. Wir haben uns frühzeitig und aus voller Überzeugung für eine faire Aufstiegsregelung eingesetzt. Umso kritischer sehen wir, dass wesentliche Bestandteile des über Monate diskutierten Modells unmittelbar vor der Abstimmung verändert werden.“

„Was derzeit geschieht, ist aus unserer Sicht kein überzeugender Beteiligungsprozess. Wer die Vereine ernsthaft einbeziehen möchte, muss ihnen alle Informationen rechtzeitig zur Verfügung stellen und darf die Entscheidungsgrundlage nicht auf den letzten Metern grundlegend verändern. Ein solches Vorgehen beschädigt das Vertrauen in das gesamte Verfahren.“

„Wir erwarten, dass die sportlichen und wirtschaftlichen Interessen der Vereine endlich das notwendige Gewicht erhalten. Eine Reform darf weder an verbandspolitischen Einzelinteressen noch an einem faktischen Vetorecht weniger Beteiligter scheitern.“

Der FC Rot-Weiß Erfurt spricht sich deshalb weiterhin für vier leistungsfähige Regionalliga-Staffeln mit jeweils 20 Vereinen aus. Ebenso erwarten wir ein demokratisches Abstimmungsverfahren, bei dem die Mehrheit der unmittelbar betroffenen Klubs ausschlaggebend ist.

Unser Einsatz für die „Aufstiegsreform 2025“ war von Beginn an auf eine faire, transparente und dauerhaft tragfähige Lösung ausgerichtet. Von diesem Anspruch werden wir auch angesichts der aktuellen Entwicklungen nicht abrücken.

Eine Reform kann nur dann dauerhaft tragen, wenn sie nachvollziehbar entwickelt, verlässlich kommuniziert und von den Vereinen mitgetragen wird. Die aktuell vorgenommenen kurzfristigen Änderungen werden diesem Anspruch nicht gerecht. Deshalb fordern wir die zuständigen Verbände auf, das Verfahren kritisch zu überprüfen und zu den ursprünglich kommunizierten Grundlagen zurückzukehren.

29.06.2026 \ Allgemeines