Der FC Rot-Weiß Erfurt setzt seine starke Saison in der Regionalliga Nordost fort. Am Freitagabend bezwangen die Rot-Weißen den Aufsteiger RSV Eintracht 1949 vor 6.248 Zuschauern im Steigerwaldstadion deutlich mit 5:0 (1:0). Nach einer zunächst umkämpften ersten Halbzeit und einer Gelb-Roten Karte gegen die Gäste drehte der FC RWE nach dem Seitenwechsel auf und sorgte mit vier weiteren Treffern für klare Verhältnisse. Dustin Forkel schnürte einen Doppelpack, außerdem trafen Raphael Assibey-Mensah, Mechak Quiala-Tito und Benjika Caciel.
Bereits in den ersten Minuten wurde deutlich, dass die Rot-Weißen das Spiel bestimmen wollten. Dustin Forkel setzte sich früh auf der rechten Seite durch und brachte den Ball gefährlich in den Strafraum, Marco Wolf verpasste jedoch den frühen Führungstreffer. Auch nach der ersten Ecke und einem Freistoß aus größerer Distanz blieb Rot-Weiß die aktivere Mannschaft.
In der 13. Minute fiel dann das verdiente 1:0. Forkel bekam auf der rechten Seite viel Raum, setzte seinen Lauf bis in den Strafraum fort und schloss aus spitzem Winkel ab. Sein Schuss fand den Weg am Gästekeeper vorbei ins lange Eck, die frühe Führung für den FC Rot-Weiß Erfurt.
Auch danach blieben die Gastgeber spielbestimmend. Erfurt hatte mehr Ballbesitz, setzte sich immer wieder in der Hälfte des RSV fest und suchte geduldig nach der nächsten Lücke. Die Gäste aus Stahnsdorf kamen nur gelegentlich zu Entlastungsangriffen. Einer davon sorgte Mitte der ersten Hälfte für Gefahr, als Dong Woo Kim mit dem Ball bis in den Erfurter Strafraum vordrang, der Abschluss jedoch entschärft werden konnte.
Auf der anderen Seite hatte RWE weitere Möglichkeiten, die Führung auszubauen. Nach einem schnellen Gegenangriff zog Benjika Caciel in Richtung Tor, sein Abschluss wurde im letzten Moment geblockt. Wenig später kam Romarjo Hajrulla nach einer Kombination über Forkel und Wolf zum Kopfball, setzte diesen allerdings knapp über das Tor.
Mit zunehmender Spieldauer fand auch der RSV etwas besser in die Begegnung und konnte einzelne längere Ballbesitzphasen verbuchen. Wirklich aus der Hand gab Erfurt die Partie jedoch nicht. Die Rot-Weißen blieben die aktivere Mannschaft und kamen regelmäßig in die gefährlichen Räume, einzig der letzte Pass oder ein konsequenter Abschluss fehlten in dieser Phase.
In der 40. Minute änderten sich die Voraussetzungen der Partie schließlich deutlich. Isma Baraze Adam sah innerhalb kurzer Zeit Gelb-Rot. Der RSV musste die verbleibenden Minuten in Unterzahl bestreiten.
Unser FC RWE versuchte noch vor der Pause, daraus Kapital zu schlagen. Nach einem Freistoß aus guter Position kam Hajrulla erneut per Kopf zum Abschluss und verfehlte das Tor nur knapp. Auch bei weiteren Standards wurde es gefährlich. Maxime Awoudja kam nach einer Ecke frei zum Kopfball, anschließend fehlten nur Zentimeter, um den Ball entscheidend in Richtung Tor zu verlängern.
Stahnsdorf hatte zunehmend Schwierigkeiten, dem Erfurter Druck in Unterzahl standzuhalten. Der FC RWE übernahm endgültig die Kontrolle, ließ den Ball laufen und drängte auf den zweiten Treffer. Trotz mehrerer guter Situationen blieb es bis zur Pause aber beim 1:0.
Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Gäste zunächst überraschend mutig. Stahnsdorf kam aktiver aus der Kabine und sorgte in den ersten Minuten der zweiten Hälfte auch vor dem Erfurter Tor für Gefahr. Torhüter Lorenz Otto war jedoch zur Stelle und verhinderte den möglichen Ausgleich.
Auf der anderen Seite startete auch der FC RWE mit viel Tempo. Forkel prüfte den Gästekeeper unmittelbar nach Wiederanpfiff, kurz darauf traf er aus spitzem Winkel das Außennetz. Nach einer Ecke zog Assibey-Mensah aus rund 20 Metern ab, setzte den Ball jedoch rechts am Tor vorbei.
In dieser Phase gelang es den Rot-Weißen zunächst noch nicht, ihre personelle Überzahl voll auszuspielen. Der RSV hielt dagegen und versuchte, die Erfurter früh zu stören. Mit zunehmender Dauer der zweiten Hälfte bekam der FC RWE die Begegnung allerdings wieder deutlich besser in den Griff.
Trainer Fabian Gerber reagierte nach gut einer Stunde zudem mit einem Dreifachwechsel. Stanislav Fehler, Benny Boboy und Mechak Quiala Tito kamen neu in die Partie und sorgten für zusätzliche Frische im Erfurter Spiel.
Nur wenige Minuten später fiel schließlich der wichtige zweite Treffer. Raphael Assibey-Mensah bekam auf der linken Seite Platz, zog in Richtung Tor und blieb vor RSV-Keeper Felix Güldner ganz cool. Sein Abschluss landete im rechten unteren Eck – 2:0 für den FC RWE in der 66. Minute.
Mit diesem Treffer war der Widerstand der Gäste zunehmend gebrochen. Erfurt spielte nun mit deutlich mehr Selbstverständlichkeit, fand immer wieder Räume und drängte auf die endgültige Entscheidung.
Die ließ nicht lange auf sich warten. Nach einem Erfurter Abschluss konnte der Ball zunächst nicht entscheidend geklärt werden. Dustin Forkel reagierte am schnellsten, hielt aus kurzer Distanz den Fuß hin und erzielte seinen zweiten Treffer des Abends. Nach seiner frühen Führung hatte der Offensivspieler damit seinen Doppelpack geschnürt.
Rot-Weiß hatte nun sichtbar Lust auf mehr. Assibey-Mensah setzte sich erneut auf der linken Seite durch und legte auf Niclas Walther ab, dessen Abschluss aus kurzer Distanz der Torhüter noch parieren konnte. Kurz darauf kamen mit Benjamin Dreca und Lucas Falcão weitere frische Kräfte in die Begegnung.
Auch die Einwechselspieler fügten sich sofort ein. Falcão wurde direkt nach seiner Einwechslung in den Strafraum geschickt und sorgte für die nächste gefährliche Situation.
In der 80. Minute fiel schließlich das 4:0. Mechak Quiala-Tito tauchte plötzlich frei rund acht Meter vor dem Tor auf und ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen. Der eingewechselte Offensivspieler schob den Ball am Keeper vorbei ins Netz und belohnte sich damit für einen auffälligen Auftritt nach seiner Einwechslung.
Nur wenige Minuten später sorgte Benjika Caciel für den spektakulären Schlusspunkt. Sein Abschluss aus großer Distanz wurde abgefälscht und senkte sich als Bogenlampe über den weit vor seinem Tor stehenden Güldner hinweg zum 5:0 ins Netz.
Auch danach spielte Erfurt weiter nach vorne. Mechak setzte aus rund 20 Metern noch einen Ball an den Pfosten. Wenig später dribbelte sich Falcão im Strafraum an mehreren Gegenspielern vorbei und kam zum Abschluss. Der RSV-Keeper konnte den Ball zunächst nicht festhalten, doch auch im Nachsetzen gelang den Rot-Weißen kein sechster Treffer.
So blieb es nach vier Minuten Nachspielzeit beim deutlichen 5:0-Erfolg.
Nach einer ersten Hälfte, in der sich die Rot-Weißen trotz klarer Feldvorteile noch schwertaten, nutzte die Mannschaft ihre Überzahl im zweiten Durchgang immer konsequenter. Vier Tore nach der Pause machten aus der knappen Halbzeitführung schließlich einen auch in der Höhe deutlichen Heimsieg.
Damit bleibt der FC Rot-Weiß Erfurt in dieser Regionalliga-Saison weiterhin ungeschlagen. Mit nun 20 Punkten behaupten die Rot-Weißen ihre Position an der Tabellenspitze. Ebenfalls bei 20 Punkten steht der Chemnitzer FC, der am Freitagabend mit 2:0 bei der VSG Altglienicke gewann.
Für den FC RWE geht es nun Schlag auf Schlag weiter. Bereits am kommenden Dienstag wartet die nächste Aufgabe in der Regionalliga Nordost. Um 19:00 Uhr treffen die Rot-Weißen auf Hertha BSC II.




