Rot-Weiß-Verteidiger Sofiane Ikene plauderte mit 35 Neuntklässlern am Heinrich-Mann-Gymnasium
Der FC Rot-Weiß hat es geschafft, seinen Ruf in Erfurt Schritt für Schritt auf ein neues, besseres Level zu heben. Und vor allem unter jungen Menschen mit viel positiver Werbung Nachwuchsfans zu gewinnen. Und wie macht man das am besten? Man geht zu denen, die man ins Stadion locken möchte. In die Schulen. So war es diesmal Sofiane Ikene vorbehalten, sich im Heinrich-Mann-Gymnasium (HMG), quasi gleich um die Ecke, von 35 Schülerinnen und Schülern aus zwei neunten Klassen in einer 70-minütigen Plauderei ausfragen zu lassen.
Der 21-Jährige, der 2022 vom 1. FC Nürnberg nach Erfurt kam, er erregte letzte Saison große Aufmerksamkeit bei den Fans, weil er es geschafft hat, sich nach einem Riss des hinteren rechten Kreuzbandes im Thüringenderby ohne Operation, dafür aber mit ganz viel eisernem Willen, wieder in die erste Mannschaft gespielt zu haben. Was natürlich auch Thema bei den Gymnasiasten war. Sofiane Ikene gestand, dass Fußballer oft keine oder zu wenig Geduld bei Verletzungen hätten. Ihm hätten die Betreuer den Ball wegnehmen müssen, als er es, nachdem er nach langer Zwangspause erstmals wieder die Fußballschuhe anziehen und auf dem Platz leicht mittrainieren durfte, gleich übertreiben habe. Aber er hat es geschafft, auch weil er, wenn er damals verzweifelt war, die richtigen Leute um sich hatte, die ihn wieder aufgerichtet hätten. Inzwischen spielt er mit der Nr. 4 in Erfurts Innenverteidigung eine ganz wichtige Rolle.
Mit vier Jahren hat der Luxemburger, dessen großes Vorbild der Holländer Virgil van Dijk (FC Liverpool) sei, angefangen Fußball zu spielen. Mit 17 wurde man in Nürnberg auf ihn aufmerksam. 2022 wechselte er nach Erfurt. Hier hofft er noch lange zu spielen, auch wenn sein Vertrag eigentlich in diesem Jahr ausläuft. Die HMG-Fans erfuhren, dass sein Tag um sieben Uhr morgens beginnt und dass ohne Kaffee vor einem Spiel für Sofiane Ikene überhaupt nichts geht. Und dass er Fabian Gerber für einen „Supertrainer“ hält, auch menschlich. Der Coach habe, auch durch sein Verständnis als ehemaliger Profifußballer, Rot-Weiß wieder hochgebracht.
„Ich bin ein Sommermensch“, sagt Ikene von sich. Und deshalb sei auch der Petersberg sein Lieblingsort in der Stadt. Der einzige Tick bestehe bei ihm übrigens darin, immer den rechten Schuhe vor einem Spiel zuerst anzuziehen. Und dass, wen wundert’s, Jena der Lieblingsgegner sei. In dieser Saison gehören Chemnitz und Aue ebenfalls dazu. Wenn es gegen diese Teams geht, zählt er wieder auf die tolle Fanunterstützung. Deren Support ist für Ikene enorm wichtig. Der bringe, wenn es mal eng werde, die „zweite Luft“, versicherte er.
Text und Foto: Michael Keller




