Regionalliga Nordost – 17. Spieltag
28. November 2025 – Steigerwaldstadion, 15.040 Zuschauer
Rot-Weiß Erfurt hat das Thüringenderby gegen den FC Carl Zeiss Jena verdient mit 3:1 (2:0) gewonnen. Vor ausverkaufter Kulisse zeigten die Rot-Weißen eine abgeklärte Leistung, bestraften die Fehler der Gäste konsequent.
Vor dem Anpfiff: Vertragsverlängerung, Rückkehrer und ein besonderer Rahmen
Bereits vor dem Spiel gab es die erste positive Nachricht für die RWE-Fans:
Torhüter Lorenz Otto verlängerte seinen Vertrag bis 2027, was kurz vor dem Anstoß offiziell im Stadion verkündet wurde und großen Applaus auslöste.
Trainer Fabian Gerber konnte außerdem zwei wichtige Rückkehrer begrüßen: Maxime Awoudja stand erstmals nach seiner Verletzung wieder in der Startelf. Laurenz Dehl kehrte nach längerer Ausfallzeit in den Kader zurück, was sich später bezahlt machte.
Der Derbyauftakt war zudem ungewöhnlich: Beide Fanlager schwiegen, wie in vielen Stadien bundesweit, zwölf Minuten aus Protest zur Innenministerkonferenz. Die Stimmung blieb angespannt, aber im Stadion herrschte ein würdevoller, symbolischer Beginn.
Erste Halbzeit: Zunächst zäh, dann explodiert Erfurt
Die Anfangsphase war von vielen Zweikämpfen und wenig Risiko geprägt. Beide Teams neutralisierten sich weitgehend, Chancen blieben Mangelware.
Erfurt erobert das Derby: Fehler mit Einzelaktion (32.)
In der 32. Minute kippte das Spiel plötzlich und eindrucksvoll: Stanislav Fehler eroberte an der Mittellinie den Ball, setzte zum Solo an, ließ mehrere FCC-Verteidiger stehen, umkurvte Keeper Liesegang und traf zum 1:0.
Nur drei Minuten später nutzten unsere Rot-Weißen die Unordnung der Gäste erneut:
Hajrulla setzte sich rechts durch, legte mustergültig quer und Ugondu vollendete zum 2:0.
Schreckmoment: Ikene verletzt vom Platz (39.–44.)
Wenig später folgte ein bitterer Moment für die Hausherren: Soso Ikene wurde von Eshele am Knie getroffen und musste nach längerer Behandlung mit der Trage vom Platz. Für ihn kam Neuzugang Nathan Fuakala in die Partie.
Auch Ayo Adesida ging nach einem harten Zweikampf kurz zu Boden, konnte aber weiterspielen.
Bis zum Pausenpfiff hatten die Gäste keinen nennenswerten Abschluss. Ein Beleg für Erfurts defensives Bollwerk rund um Rückkehrer Maxime Awoudja.
Zweite Halbzeit: Vierfachwechsel beim FCC – Erfurt schlägt trotzdem wieder zu
Zur Pause reagierte FCC-Cheftrainer Volkan Uluc drastisch: vier Wechsel, mehr Offensive, mehr Risiko.
Und die Gäste kamen wacher aus der Kabine: Bereits nach wenigen Sekunden musste Otto bei einem satten Abschluss von Maurice Hehne spektakulär parieren – seine Parade im Winkel erinnerte viele an seine starken Auftritte der letzten Wochen.
51. Minute: Hajrulla stellt auf 3:0 – wieder nach Jenaer Fehler
Doch mitten in Jenas Druckphase patzte der FCC erneut: Ugondu spielte Hajrulla frei, der aus spitzem Winkel vollstreckte.
Keeper Liesegang sah dabei nicht gut aus und das 3:0 war zu diesem Zeitpunkt hochverdient.
55. Minute: Hoppe verkürzt – kurze Spannung
Jena kam durch einen herrlichen Hoppe-Freistoß aus 20 Metern zum 3:1-Anschluss. Auch hierbei machte Otto, der ansonsten stabil agierte, keine perfekte Figur. Doch danach blieb der FCC offensiv erneut weitgehend blass.
Schlussphase: Erfurt clever, Jena harmlos – Rückkehrer Dehl feiert Comeback
Das Spiel wurde in der letzten halben Stunde zunehmend zerfahren. Viele Fouls, zahlreiche Unterbrechungen und taktische Wechsel prägten die Partie.
Erfurt ließ den Ball immer wieder gut laufen, entschleunigte das Spiel, gewann wichtige Zweikämpfe und hielt Jena konsequent vom Tor fern.
In der 90. Minute gab es den nächsten Comeback-Moment:
Laurenz Dehl wurde nach seiner Verletzung erstmals wieder eingewechselt – ein weiterer positiver Aspekt des Abends.
Awoudja überzeugte als Rückkehrer in der Innenverteidigung mit starkem Stellungsspiel, gewann wichtige Kopfballduelle und sorgte mehrfach dafür, dass Jena nicht mehr gefährlich wurde.
Die sieben Minuten Nachspielzeit überstand RWE abgeklärt. Der FCC brachte keinen ernsten Abschluss mehr zustande. Rot-Weiß konnte an den Derbyerfolg aus dem April anknüpfen.
29.11.2025 \ Profis




