Was für eine Aufholjagd an der Ostsee! Unser FC Rot-Weiß Erfurt hat sich am 14. Spieltag der Regionalliga Nordost mit 3:2 (1:2) beim Greifswalder FC durchgesetzt und damit die Tabellenführung zurückerobert. Nach einer schwierigen Anfangsphase und einem frühen 0:2-Rückstand bewies die Mannschaft von Cheftrainer Fabian Gerber Moral und drehte die Begegnung durch Treffer von Benjika Caciel (33., 67.) und Romarjo Hajrulla (56.).
Nach der Niederlage beim Chemnitzer FC und dem anschließenden Unentschieden gegen den FSV Zwickau wollten unsere Rot-Weißen in Greifswald wieder einen Dreier einfahren. Die Ausgangslage im Kampf um die Tabellenspitze hatte sich bereits vor dem Anpfiff zugunsten unserer Mannschaft verändert: Der bisherige Spitzenreiter aus Chemnitz musste sich der zweiten Mannschaft des 1. FC Magdeburg mit 1:2 geschlagen geben.
Schwierige Anfangsphase und früher Rückstand
Cheftrainer Fabian Gerber nahm im Vergleich zum Heimspiel gegen den FSV Zwickau gleich sechs Veränderungen in seiner Startelf vor. Auf dem tiefen Geläuf im Greifswalder Volksstadion fanden unsere Rot-Weißen allerdings zunächst nur schwer in die Partie. Die Gastgeber übernahmen von Beginn an die Initiative, liefen früh an und setzten unsere Defensive mit hohem Tempo unter Druck.
Bereits in der dritten Spielminute musste Torhüter Lorenz Otto erstmals entscheidend eingreifen. Nach einem Ballverlust von Til Linus Schwarz tauchte Kay Seidemann frei vor unserem Schlussmann auf, der mit einer starken Parade die frühe Führung der Hausherren verhinderte. Nur wenige Augenblicke später war es Sofiane Ikene, der eine gefährliche Hereingabe von der Linie klären konnte (5.).
Zu allem Überfluss musste Til Linus Schwarz bereits in der achten Minute verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Für ihn kam Benny Boboy. Auch in der Folge blieb Greifswald die gefährlichere Mannschaft und erspielte sich weitere Möglichkeiten.
Beinahe hätte jedoch unsere Mannschaft mit ihrer ersten nennenswerten Gelegenheit den Spielverlauf auf den Kopf gestellt. Nach einer Hereingabe von Marco Wolf kam Dustin Forkel zum Kopfball, setzte diesen allerdings an den rechten Pfosten (12.).
Statt der Erfurter Führung fiel wenig später der erste Treffer auf der Gegenseite. Nach einer Standardsituation landete der Ball über einen Abpraller bei McMoordy Hüther, der aus rund 16 Metern abzog und über den Innenpfosten zum 1:0 für die Gastgeber traf (20.).
Greifswald blieb auch danach am Drücker. Nachdem Seidemann eine weitere gute Gelegenheit ungenutzt gelassen hatte, erhöhte Grace Bokake in der 29. Minute auf 2:0. Zunächst war Robert Leipertz zum Abschluss gekommen, dessen Schuss Lorenz Otto noch an den Pfosten lenken konnte. Den Abpraller verwertete Bokake aus kurzer Distanz.
Caciel bringt Rot-Weiß zurück ins Spiel
Unsere Mannschaft ließ sich von diesem Rückschlag nicht entmutigen und fand nur wenige Minuten später die passende Antwort.
Marco Wolf setzte Benjika Caciel mit einem präzisen Steilpass in Szene. Der Offensivspieler nutzte den freien Raum, lief auf Greifswalds Schlussmann Jakub Jakubov zu und brachte den Ball zum 1:2-Anschlusstreffer im Tor unter (33.).
Ein Treffer, der für unsere Rot-Weißen zu einem wichtigen Zeitpunkt kam. Nach einer bis dahin schwierigen ersten halben Stunde war die Mannschaft wieder in der Begegnung. Mit dem knappen 1:2-Rückstand ging es schließlich in die Halbzeitpause.
Rot-Weiß dreht die Begegnung nach der Pause
Auch nach dem Seitenwechsel gehörte die erste gefährliche Aktion zunächst den Gastgebern. Robert Leipertz setzte seinen Abschluss in der 53. Minute knapp neben das Erfurter Tor.
Nur wenige Minuten später schlugen dann allerdings unsere Rot-Weißen zu. Nach einer langen Hereingabe blieb Dustin Forkel am langen Pfosten aufmerksam und legte den Ball vor dem Tor quer. Romarjo Hajrulla stand goldrichtig und musste die Kugel aus kurzer Distanz nur noch zum 2:2-Ausgleich über die Linie drücken (56.).
In der 66. Spielminute bot sich Dustin Forkel die große Gelegenheit zur erstmaligen Führung. Der Angreifer scheiterte jedoch am Greifswalder Schlussmann Jakubov, der mit einer starken Parade zur Ecke klären konnte.
Doch folgende Standardsituation brachte die Wende.
Greifswald gelang es nicht, den Ball entscheidend aus der Gefahrenzone zu befördern. Im Rückraum lauerte Benjika Caciel, der die Kugel aus rund 20 Metern direkt nahm und mit einem sehenswerten Dropkick unter die Querlatte setzte. Ein Traumtor zum 3:2 für unsere Rot-Weißen in der 67. Spielminute!
Aus einem 0:2-Rückstand hatte unsere Mannschaft innerhalb von 38 Minuten eine 3:2-Führung gemacht.
Dramatische Schlussphase mit glücklichem Ende
Die Gastgeber mussten sich nach dem dritten Erfurter Treffer zunächst sammeln, gaben sich im weiteren Spielverlauf jedoch keineswegs geschlagen. Mit zunehmender Spielzeit erhöhte Greifswald noch einmal den Druck und versuchte, den Ausgleich zu erzwingen.
Unsere Mannschaft verteidigte die knappe Führung, musste in den letzten Minuten aber noch einige gefährliche Situationen überstehen. Zunächst vergab der eingewechselte Colin Kroll-Thiel eine gute Gelegenheit (90.), ehe auch Fodelcio Pereira in der Nachspielzeit die Möglichkeit zum Ausgleich ungenutzt ließ (90.+3).
In der fünften Minute der Nachspielzeit bekam der eingewechselte Benjamin Dreca nach einer Greifswalder Hereingabe den Ball an den Arm. Schiedsrichter Christopher Gaunitz entschied auf Handelfmeter für die Gastgeber.
Colin Kroll-Thiel übernahm die Verantwortung und hatte die große Gelegenheit, seiner Mannschaft doch noch einen Punkt zu sichern. Der Greifswalder setzte den Strafstoß jedoch über die Querlatte. Unmittelbar danach war Schluss.
Zurück an der Tabellenspitze
Mit dem 3:2-Auswärtserfolg belohnt sich der FC Rot-Weiß Erfurt für eine starke Aufholjagd und steht nach 14 Spieltagen mit nun 31 Punkten wieder an der Spitze der Regionalliga Nordost.
Während die Rot-Weißen in der Anfangsphase große Schwierigkeiten hatten und sich bei Lorenz Otto sowie der mangelnden Chancenverwertung der Gastgeber bedanken konnten, nutzten sie im weiterhin Spielverlauf ihre Möglichkeiten konsequent.
Vor allem die Reaktion auf den frühen Rückstand und die Entschlossenheit, die Begegnung noch zu drehen, waren ausschlaggebend für den Auswärtserfolg. Gleichzeitig bleibt die erste halbe Stunde ein wichtiger Ansatzpunkt für die weitere Arbeit.
Weiter geht es für unsere Rot-Weißen am Sonntag, den 1. November 2026. Dann empfangen wir um 14:00 Uhr den SV Babelsberg 03 im heimischen Steigerwaldstadion. Die Begegnung steht ganz im Zeichen unseres ersten Mitglieder-Spieltags, an dem wir gemeinsam mit euch die nächsten Punkte einfahren wollen.
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Greifswalder FC – FC Rot-Weiß Erfurt 2:3 (2:1)
Tore: 1:0 Hüther (20.), 2:0 Bokake (29.), 2:1 Caciel (33.), 2:2 Hajrulla (56.), 2:3 Caciel (67.)
FC Rot-Weiß Erfurt: Otto – Becker, Ikene, Kerkemeyer – Schwarz (8. Boboy), Wolf – Caciel (83. Felßberg), Dehl (73. Andreichyk), Fehler (83. Njike Nana), Forkel, Hajrulla (73. Dreca)
Zuschauer: 1.239




