Was für ein Nachmittag in Leipzig! Der FC Rot-Weiß Erfurt dreht beim amtierenden Meister 1. FC Lokomotive Leipzig einen zwischenzeitlichen 1:3-Rückstand, gewinnt eine denkwürdige Partie noch mit 4:3 und bleibt auch nach dem 11. Spieltag ungeschlagener Spitzenreiter der Regionalliga Nordost. Gleichzeitig beendet unsere Mannschaft eine lange Serie: Es ist der erste rot-weiße Auswärtssieg in Leipzig-Probstheida seit 46 Jahren.

Vor 6.060 Zuschauern im Bruno-Plache-Stadion, darunter mehr als 1.100 mitgereiste Rot-Weiße, erwischte unsere Mannschaft den besseren Start.

In den ersten 20 Minuten bestimmte unser FC RWE das Geschehen und näherte sich früh dem Leipziger Tor. Dustin Forkel sorgte bereits nach wenigen Minuten für den ersten Abschluss, wenig später verfehlte Luca Kerkemeyer das Tor nur knapp.

Mit zunehmender Spieldauer kämpfte sich Lok jedoch in die Partie. Nach einem Ballverlust im Erfurter Aufbauspiel kam Ayodele Adetula an den Ball und brachte die Gastgeber in der 28. Minute mit 1:0 in Führung. Kurz vor der Pause folgte der nächste Rückschlag: Romarjo Hajrulla musste verletzungsbedingt ausgewechselt werden, für ihn kam Mechak Quiala-Tito in die Partie.

Nach dem Seitenwechsel zeigte unsere Mannschaft die richtige Reaktion. In der 52. Minute fand eine Flanke am zweiten Pfosten Til Linus Schwarz, der den Ball wuchtig zum 1:1 in die Maschen köpfte.

Doch die Freude über den Ausgleich hielt nur kurz. Djamal Ziane brachte Lok in der 58. Minute erneut in Führung, nur wenige Minuten später erhöhte Eren Öztürk per Kopf sogar auf 3:1. Innerhalb kürzester Zeit musste unsere Mannschaft damit zwei Nackenschläge hinnehmen.

In der 72. Minute landete der Ball nach einer Ecke über Umwege im Leipziger Tor – Eigentor von Pepe Böhm und nur noch 2:3. Plötzlich war Rot-Weiß wieder da. Nur wenige Minuten später schaltete unsere Mannschaft nach einem Leipziger Freistoß schnell um. Dustin Forkel wurde im Strafraum von Torhüter Jonas Wendlinger zu Fall gebracht. Elfmeter für den FC RWE. Stanislav Fehler übernahm Verantwortung und jagte den Ball zum 3:3 in den Winkel.


Und dann kam die Nachspielzeit. Benjamin Dreca behauptete den Ball an der Mittellinie und schickte Forkel auf der rechten Seite auf die Reise. Unsere Nummer 17 lief frei auf das Leipziger Tor zu und vollendete zum 4:3.

Aus einem 1:3 wurde innerhalb von weniger als 20 Minuten ein 4:3. Rot-Weiß belohnt sich beim amtierenden Meister für eine unglaubliche Moral. Zum wiederholten Male in dieser Saison zeigt unsere Mannschaft, dass sie bis zur letzten Sekunde an sich glaubt.


Der FC RWE bleibt damit auch nach elf Spieltagen ungeschlagen an der Tabellenspitze und gewinnt erstmals seit 46 Jahren wieder im Bruno-Plache-Stadion.


Nach diesem rot-weißen Wahnsinn richtet sich der Blick nun auf den Thüringen-Pokal. Am kommenden Wochenende geht es für unsere Mannschaft im Achtelfinale gegen Heiligenstadt weiter.

26.09.2026 \ Profis