Was für ein Topspiel im Steigerwaldstadion: Vor 13.215 Zuschauerinnen und Zuschauern trennt sich der FC Rot-Weiß Erfurt am 10. Spieltag der Regionalliga Nordost mit 2:2 vom FC Erzgebirge Aue. Romarjo Hajrulla brachte die Rot-Weißen kurz vor der Pause in Führung. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich vom Elfmeterpunkt sorgte Dustin Forkel kurz vor Schluss für großen Jubel, ehe Willi Kamm in der elften Minute der Nachspielzeit doch noch zum 2:2-Endstand traf.
Von Beginn an entwickelte sich die erwartet intensive und körperlich geführte Partie. Die Gäste aus dem Erzgebirge suchten immer wieder mit langen Bällen den Weg hinter die Erfurter Defensive und hatten nach rund einer Viertelstunde die erste große Gelegenheit. Christoph Pauling tauchte gefährlich vor Lorenz Otto auf, doch unser Schlussmann verhinderte mit einer starken Parade den frühen Rückstand.
Die Szene hatte für Rot-Weiß dennoch bittere Folgen: Kapitän Maxime Awoudja verletzte sich bei der Aktion und musste frühzeitig vom Platz getragen werden. Für ihn kam Ayo Adesida in die Partie, die Kapitänsbinde übernahm Til Linus Schwarz.
Hajrulla belohnt Rot-Weiß vor der Pause
Nach einer zunächst ausgeglichenen Anfangsphase arbeitete sich der FC RWE immer besser in die Begegnung. Raphael Assibey-Mensah setzte sich nach 25 Minuten stark auf der linken Seite durch und legte im Strafraum für Romarjo Hajrulla zurück. Dessen Abschluss geriet allerdings zu zentral, sodass Aues Torhüter Martin Männel parieren konnte.
Mit zunehmender Spieldauer nahm die Intensität weiter zu. Rot-Weiß gewann mehr Zweikämpfe und erspielte sich insbesondere über Standards Möglichkeiten. In der 39. Minute folgte schließlich die verdiente Belohnung: Marco Wolf brachte eine Ecke gefährlich vor das Auer Tor, Hajrulla lief ein und drückte den Ball zur umjubelten 1:0-Führung über die Linie.
Mit diesem knappen Vorsprung ging es nach einer insgesamt umkämpften ersten Hälfte in die Kabinen.
Umstrittener Strafstoß bringt Aue zurück
Beide Mannschaften kamen zunächst unverändert aus der Pause. Nur wenige Minuten nach Wiederanpfiff rückte allerdings Schiedsrichter Marvin Tennes in den Mittelpunkt. Nach einem Zweikampf zwischen Sofiane Ikene und Christoph Pauling entschied er auf Strafstoß für die Gäste.
Tim Maciejewski ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen und verwandelte den Elfmeter in der 49. Minute zum 1:1.
Kurz darauf musste die Begegnung für mehrere Minuten unterbrochen werden. Nachdem in der Erfurter Heimkurve Pyrotechnik gezündet worden war, schickte das Schiedsrichtergespann beide Mannschaften zwischenzeitlich zurück in die Kabinen. Erst nach der längeren Unterbrechung konnte die Partie fortgesetzt werden.
Im Anschluss brauchte das Spiel einige Zeit, um wieder Fahrt aufzunehmen. Viele Zweikämpfe, Fouls und Unterbrechungen bestimmten nun das Geschehen. Rot-Weiß blieb jedoch dran und erhöhte in der Schlussphase zunehmend den Druck.
Fabian Gerber brachte für die letzten Minuten mit Stanislav Fehler und Benjika Caciel noch einmal frische Kräfte. Und einer dieser Wechsel sollte sich auszahlen.
In der 89. Minute setzte sich Fehler auf der Seite durch und schlug eine punktgenaue Flanke in den Strafraum. Dort stieg Dustin Forkel hoch und köpfte den Ball zur 2:1-Führung in die Maschen. Das Steigerwaldstadion explodierte – und Rot-Weiß schien nach dem späten Sieg bei Hertha BSC II innerhalb weniger Tage erneut einen Last-Minute-Erfolg feiern zu können.
Aufgrund der langen Unterbrechung zeigte das Schiedsrichtergespann allerdings 13 Minuten Nachspielzeit an. Aue warf nun noch einmal alles nach vorne, während Rot-Weiß mit Dominik Becker einen weiteren Innenverteidiger für die Schlussminuten brachte.
Und tatsächlich hatten die Gäste noch eine Antwort: In der elften Minute der Nachspielzeit kam Aue noch einmal über die rechte Seite. Die anschließende Flanke fand im Zentrum Willi Kamm, der den Ball per Kopf im langen Eck unterbrachte und damit für den bitteren 2:2-Ausgleich sorgte.
Wenig später war Schluss.
Nach einer intensiven, emotionalen und bis zur letzten Aktion spannenden Partie teilen sich der FC Rot-Weiß Erfurt und der FC Erzgebirge Aue damit die Punkte. Rot-Weiß bleibt auch nach dem Topspiel Tabellenführer der Regionalliga Nordost.
Bereits am kommenden Samstag wartet die nächste anspruchsvolle Aufgabe: Am 26. September ist der FC RWE um 14:00 Uhr beim amtierenden Meister 1. FC Lokomotive Leipzig zu Gast.




