FC RWE-Mittelfeldmann Jean-Philippe Njike Nana ließ sich von den Kindern ausfragen
Wenn Kinder fragen, muss man eigentlich auf alles gefasst sein. Erst recht, wenn man Fußballer des FC Rot-Weiß Erfurt ist und eingeladen wird. Da kann man sicher sein, auf viele Fans zu treffen.
Mittwoch, 12.30 Uhr. Grundschule 3, Scharnhorststraße. Gut 40 Kinder zappeln gespannt auf ihren Stühlen in der Aula und warten auf ihren Gast. Der, Jean-Philippe Njike Nana, hat die Autogrammkarten vergessen, sprintet noch einmal zum Auto zurück und ist pünktlich zur Fragestunde mit den Grundschülern wieder am Platz. Aufatmen. Los geht’s.
Der in Berlin Geborene, der beim VfL Bochum von 2013 bis 2024 durch alle Altersklassen sein Handwerk, besser gesagt sein Fußwerk, erlernte, hat erst in diesem Sommer zum FC Rot-Weiß Erfurt gefunden. Sein Berater und Rot-Weiß-Cheftrainer Fabian Gerber fanden, dass der 21-Jährige gut zum Erfurter Fußballklub passen würde. Das findet er auch.
Lennox’ Frage, welchen Tabellenplatz RWE am Ende der Saison einnehmen wird, war deshalb für ihn einfach zu beantworten. „Hoffentlich Platz eins“, so „Johnny“, wie ihn seine Mannschaftskameraden nennen. Und über den seine Trainer unisono sagen: „Er ist ein guter Junge.“
Dass er sich bei den Rot-Weißen wohlfühlt und großes Vertrauen in seine Mannschaft hat, machte Jean-Philippe ebenfalls deutlich. Am liebsten spielt er auf der Sechser-Position, trägt die Rückennummer 37 und kam am vergangenen Samstag beim 3:2-Auswärtssieg in Greifswald nach langer Verletzungspause für zehn Minuten zu seinem ersten Punktspieleinsatz für die Erfurter.
Seit seinem fünften Lebensjahr spielt der 21-Jährige Fußball. Erfurt ist seine erste Station, an der er alleine, fernab von Bochum und ohne seine Familie, zurechtkommen muss. Und an der er Mamas leckere kamerunische Küche doch sehr vermisst.
Johnny will, wenn es nach seinen Wünschen geht, irgendwann einmal in der Bundesliga ankommen. Dass er Fan von Borussia Dortmund ist, hat er den Grundschülern ebenso verraten wie die Tatsache, dass ihm Erfurt gefällt und sein Lieblingsspieler N’Golo Kanté ist.
Die neugierigen Kinder durften außerdem staunen, als er ihnen verriet, wer bislang sein prominentester Gegenspieler war: kein Geringerer als Arda Güler, der türkische Nationalspieler, der inzwischen bei Real Madrid unter Vertrag steht. Der sei, so Jean-Philippe Njike Nana, schon damals in der U17 etwas ganz Besonderes gewesen.
40 Minuten lang Löcher in den Bauch fragen lassen und anschließend noch unzählige Autogrammkarten signieren. Als FC RWE-Spieler hat man es derzeit nicht einfach. Das gehört eben dazu, wenn man für einen Verein spielt, der gerade bei den jüngsten Fußballfans so viel Begeisterung auslöst.
Text: Michael Keller




